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Porcine Circovirusinfektionen in Österreich: Krankheitsmanifestationen im internationalen Vergleich und molekularpathologische Untersuchungen zur Replikationsstrategie des Virus

Abstract
Infektionen mit porcinem Circovirus Typ 2 (PCV-2) zählen mittlerweile weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Ferkelaufzucht und Schweinemast. PCV-2 verursacht entweder alleine oder zusammen mit anderen Erregern wirtschaftlich bedeutsame Krankheiten wie Postweaning multisystemic wasting sydrome (PMWS, eine vor allem durch Abmagerung und Lymphknotenveränderungen charakterisierte Krankheit) Porcines Dermatitis und Nephropathie Syndrom (PDNS, eine Krankheit mit schwerwiegenden Haut- und Nierenveränderungen), Pneumonien und Hepatitis. Auch in Österreich sind Infektionen mit PCV-2 weit verbreitet. Allerdings liegen bislang keine umfassenden Untersuchungen darüber vor, in welchen Formen sich diese sehr wandlungsfähige Krankheit in unserem Land äußert. Im Rahmen dieser Studie wollen wir sämtliche in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Schweinemedizin vom Klinischen Department für Nutztiere und Bestandsbetreuung diagnostizierten Fälle von PCV-2 Infektion, von denen wir über Archivmaterial verfügen, wissenschaftlich aufarbeiten. Der Nachweis von PCV-2 in Geweben erfolgt mittels in situ Hybridisierung (ISH). Wir planen die Klassifizierung der in Österreich von uns diagnostizierten Fälle, und möchten vor allem unsere Kenntnisse darüber vertiefen, ob der Schweregrad der Lymphknotenveränderungen mit der Häufigkeit der Einbeziehung anderer Organe, wie Niere, Lunge oder Leber korreliert. Darüber hinaus möchten wir erstmals systematisch untersuchen, wie weit PCV-2 auch in die Entstehung von Darmerkrankungen direkt involviert ist. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Untersuchung auf PCV-2 assoziierte Leber- und Gehirnerkrankungen, über welche bislang nur wenige Literaturdaten verfügbar sind. Schließlich möchten wir mit Hilfe der ISH erstmals auch Informationen über die Replikationsstrategie von PCV-2 in Geweben von Spontanfällen sowie die daraus resultierende Mengenverteilung der Nukleinsäuren im Rahmen des Replikationszyklus erhalten.
Koordination an der Vetmeduni Vienna
Sipos Wolfgang
Laufzeit
01.10.04-31.03.06
Programm
Hochschuljubiläumsstiftung der Stadt Wien
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Mitarbeiter/innen
Sipos W.,
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Universitätsklinik für Schweine
Gefördert durch
Stadt Wien, Rathausstraße 14-16, 1082 Wien, Österreich
4 Publikationen

Kaltenegger, N; Schmoll, F; Sommerfeld-Stur, I; Lang, Ch; Weissenböck, H (2007): Relevance of PCV-2 as possible differential diagnosis for diarrhea. 78-78.-5th International Symposium on Emerging and Re-emerging Pig Diseases; 24.-27.06.2007; Krakow, Poland.

Thaller, D; Schilcher, F (2007): Circovirus infection in a captive wild boar (Sus scrofa). 325-325.-43. Internationales Symposium über die Erkrankungen der Zoo- und Wildtiere; 19.-20.05.2007; Edinburgh.

Eckenfellner, M; Schilcher, F; Weissenböck, H (2005): Studies on the tissue tropism of porcine circovirus type 2 (PCV-2) - 120 cases. International conference on animal circoviruses and associated diseases, Belfast, 11.-13. 09.2005. International conference on animal circoviruses and associated diseases, Belfast, 11.-13. 09.2005.

Eckenfellner, M; Schilcher, F; Weissenböck, H (2005): Manifestations of porcine circovirus type 2 infections in Austrian pigs. 23rd. Meeting of the European Society of Veterinary Pathology, Neapel, 7.-10. 09.2005. 23rd. Meeting of the European Society of Veterinary Pathology, Neapel, 7.-10. 09.2005.

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