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Animals and the Concept of Death

Abstract
Der Mensch wird seit langem als das einzige Lebewesen verstanden, das eine Vorstellung vom Tod hat. Tiere sind historisch gesehen als Geschöpfe dargestellt worden, die wederverstehen können, was mit einem anderen Wesen geschieht, wenn es stirbt, noch um ihre eigene Sterblichkeit wissen. Im Bereich der Tierethik wurde das angebliche Fehlen eines Todesbegriffs bei Tieren von vielen Autoren benutzt um zu argumentieren, dass das Töten eines Tieres kein ethisches Problem darstellt, solange es schnell und schmerzlos geschieht. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler jedoch begonnen, Hinweise zu sammeln, die darauf hindeuten, dass diese Ansicht über Tiere falsch sein könnte. Schimpansen testen zum Beispiel anscheinend ob verstorbene Artgenossen noch Lebenszeichen von sich geben oder bieten ihnen Nahrung an. Es wurde in Studien festgestellt, dass sich Krähen um ihre Verstorbenen versammeln, um mehr über die Umstände ihres Todes und mögliche Gefahrenquellen zu erfahren. Mütter verschiedenster Spezies wurden beobachtet, wie sie die Leichen ihrer toten Säuglinge über lange Zeiträume hinweg mit sich herumtrugen. Bedeutet das alles, dass diese Tiere den Tod oder Aspekte desselben verstehen können? Oder sind diese Verhaltensweisen das Ergebnis von fehlegeleiteten Instinkten, falsch wirkenden Hormonen oder schlichter Verwirrung? Dieses Projekt mit dem Titel „Wahrnehmung und Verständnis des Todes bei Tieren“ will Antworten auf diese Fragen geben indem es eine erste vertiefte philosophische Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Tieren für den Tod bietet. Das Projekt wird aus zwei Hauptaufgaben bestehen. Die erste Aufgabe besteht darin, genau zu bestimmen, was es für ein Tier bedeutet, ein Konzept vom Tod zu besitzen. Die zweite Aufgabe wird dann darin bestehen, die Ergebnisse, die die Wissenschaft bisher gesammelt hat, zu untersuchen, um zu sehen, ob irgendetwas davon tatsächlich die Vorstellung unterstützten könnte, dass Tiere ein Konzept vom Tod besitzen.
Kurzbezeichnung
Animals and the Concept of Death
Projektleitung
Monso Gil Susana
Laufzeit
01.09.19-31.08.22
Programm
FWF Lise-Meitner Stipendium
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Ethik der Mensch-Tier-Beziehung
Gefördert durch
FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich

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2 Publikationen

Monsó, S (2019): How to Tell If Animals Can Understand Death. Erkenntnis 2019;
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Monsó, S; Grimm, H (2019): An Alternative to the Orthodoxy in Animal Ethics? Limits and Merits of the Wittgensteinian Critique of Moral Individualism. Animals (Basel). 2019; 9(12):1057
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