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Social learning in free-ranging domestic pigs – exploring the roles of different sensory modalities and the identities of observers and demonstrators.

Abstract
Soziales Lernen, die Fähigkeit Information von anderen zu erlernen, kann einen immensen Beitrag zum Erfolg eines Individuums und einer ganzen Spezies leisten. Soziales Lernen kann als einfache Methode dienen, um den Aufwand von individuellem Lernen zu vermeiden. Die Information von anderen kann jedoch veraltet oder unnütz sein, daher sollte sie mit Vorsicht betrachtet werden. Viele Faktoren können weiterhin beeinflussen, wessen Information genutzt werden sollte. So zum Beispiel Verwandtschaft, Toleranz, Alter, Erfahrung, oder Dominanz. Obwohl einige Studien schon belegen konnten, dass bestimmte Aspekte einer Beziehung zwischen Beobachter und Demonstrator eine Rolle spielen, ist noch wenig darüber bekannt welchen Effekt individuelle Persönlichkeitseigenschaften haben kann. Schnell explorierende, proaktive Individuen scheinen oberflächlichere soziale Bindungen zu vielen Individuen ihres Netzwerkes zu haben. Langsam explorierende, reaktive Individuen hingegen haben eine geringere Anzahl and sozialen Bindungen, diese sind jedoch stärker. Abhängig von der Rolle, die die Anzahl oder die Stärke der Bindungen bei der Informationsweitergabe spielt, sollte Information in unterschiedlicher Geschwindigkeit eine unterschiedliche Anzahl an Individuen erreichen. Explorationsverhalten oder Neophobie können zudem einen starken Einfluss darauf haben welches Individuum überhaupt ein Demonstrator werden kann. Reaktive Individuen könnten weniger mit unbekannten Objekten oder Futterarten interagieren und wären daher weniger wahrscheinlich in der Lage als Demonstrator zu dienen. Im Gegenzug mag ihre Prädisposition sie eher zu guten Beobachtern machen, da ihre Fähigkeit individuell zu lernen in manchen neuen Situationen wohl beeinträchtigt wäre. Selbst wenn neues Verhalten von anderen Individuen beobachtet wird, beeinflussen weitere Faktoren wie Umwelteinflüsse und Spezies-spezifische sensorische Möglichkeiten die Weitergabe dieses Verhaltens. Bisher hat man sich in Studien hauptsächlich darauf beschränkt den Beobachtern visuelle Information zu vermitteln während man gleichzeitig Einflüsse von anderen Sinneseindrücken kontrollierte. Die Rolle anderer Sinne, insbesondere olfaktorische und auditorische Sinne, bleiben somit weitestgehend unerforscht. Innerhalb dieses PhD Projektes werden Hausschweine der Rasse Kune Kune untersucht, welche von Geburt an in einer stabilen Herde in Freilandhaltung leben. Studien konnten schon belegen, dass Schweine von anderen lernen können. Obwohl Schweine gemeinhin nicht als besonders visuelle Tiere beschrieben werden, sondern sich eher auf olfaktorische oder auditive Information verlassen, scheinen sie dennoch visuelle Information zu nutzen. Gerade aus diesem Grund sind sie ein ideales Modelltier, um den Einfluss weiterer Sinnessysteme bei sozialem Lernen zu untersuchen. Um weiterhin den Einfluss von individuellen Unterschieden in der Persönlichkeit und in der Stellung im sozialen Netzwerk zu untersuchen, werden schon vorhandene Daten zu diesen Tieren herangezogen. Zusätzlich wird die Rolle des Partners beim Lernen genauer untersucht, um genutzte Lernprozesse identifizieren zu können.
Schlagworte
Freilandhaltung
Hausschwein
Soziales Lernen
Kurzbezeichnung
Social learning in free-ranging domestic pigs
Projektleitung
Veit Ariane
Laufzeit
01.03.19-28.02.22
Programm
ÖAW DOC
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung
Gefördert durch
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien, Österreich
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