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Salmonella Infantis beim Huhn:Tenazität - Virulenz - Immunreaktion (SITVI)

Abstract
Lebensmittelbedingte Infektionen mit Salmonellen zählen zu den weltweit häufigsten Ursachen humaner Erkrankungen. Salmonella enterica subspecies enterica umfasst mehr als 1400 nicht-typhoide Serotypen, von denen allerdings nur eine geringe Anzahl für den Großteil der beim Geflügel vorkommenden Isolaten verantwortlich ist, insbesondere Salmonella Enteritidis, Salmonella Typhimurium und Salmonella Infantis. Dank intensiver Bemühungen der gesamten österreichischen aber auch europäischen Geflügelbranche konnte die Zahl der Infektionen in den letzten Jahren drastisch reduziert werden, was auch zu einer erheblichen Reduktion der Infektionen beim Menschen führte. Dabei hat eine große Bewusstseinsbildung in der Branche stattgefunden, da das Geflügel meist symptomloser Träger der genannten Erreger, die generell als pathogen für den Menschen angesehen werden.Demgegenüber berichtet die EFSA (2016) in ihrem aktuellen wissenschaftlichen Report über einen leichten Anstieg der humanen Salmonelleninfektionen, wobei neben S. Enteritidis und S. Typhimurium besonders Infektionen mit dem Serovar S. Infantis zunehmend Bedeutung zugerechnet wird. Dieser Trend wird auch in Österreich beobachtet, wo S. Infantis bereits auf Platz 4 der häufigsten Serovare bei humanen Isolaten liegt. S. Infantis ist mittlerweile in der EU das am häufigsten vorkommende Serovar in Mastgeflügelbeständen sowie im Geflügelfleisch. Diese Entwicklung wird auch in Österreich beobachtet.Im Feld wird eine Eradikation von S. Infantis in betroffenen Geflügelmastbetrieben als äußert schwierig angesehen. Trotz stringenter Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zwischen den Mastdurchgängen werden immer wiederkehrende Infektionen festgestellt. Dies könnte in der Tatsache begründet sein, dass S. Infantis eine höhere Tenazität aufweist, im Vergleich zu anderen Salmonellen Spezies. Letztlich stellt sich die Frage, inwieweit auch das Wirtstier selbst eine eigenständige und somit wichtige Komponente in dem gehäuften Vorkommen von S. Infantis darstellt. Insgesamt gibt es bis dato allerdings nur wenige S. Infantis Infektionsstudien in Hühnern, bisher durchgeführte Untersuchungen wurden ausschließlich in Legetyprassen durchgeführt. Die daraus erzielten Ergebnisse sind sehr unterschiedlich, in Bezug auf das Virulenzverhalten des Erregers sowie der Immunreaktion des Wirtes. Wissenschaftliche Daten bezüglich der Virulenz von S. Infantis Stämmen in Masthühnern gibt es überhaupt nicht. Auch wurden bis dato keine Studien zum Einfluss der Hühnerrasse, der Infektionsdosis und dem Infektionszeitpunkt (Alter der Tiere) durchgeführt. Diese große Lücke soll mit dem vorhandenen Projekt geschlossen werden.
Kurzbezeichnung
SITVI
Projektleitung
Hess Claudia,
Laufzeit
07.12.18-07.01.22
Programm
DaFNE
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Klinische Abteilung für Geflügelmedizin,
Gefördert durch
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, Stubenring 1, 1010 Wien, Österreich
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