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Fidelity of motor imitation in kea parrots

Abstract
Menschen lernen viele ihrer Fähigkeiten durch das Imitieren anderer in ihrer Umgebung. Obwohl soziales Lernen immer wieder in einer grossen Anzahl von Tieren gezeigt worden ist, fehlen die Beweise der wahren Imitation grossteils. Motorimitation, das Nachahmen von Bewegungen oder Interaktionen mit Objekten, ist zwar schon in ein paar Spezies gezeigt worden, aber oft nur unter spezifischen Bedingungen. Die Aufgabe war entweder stark abhängig von stark unterscheidbaren Aktionen, was dazu führte dass die Genauigkeit mit der imitiert wurde nicht messbar war. Oder, es konnte nur mit stark sozialisierten/domestizierten Subjekten, z.B. Hunden oder von Menschen erzogenen Menschenaffen, gearbeitet werden, um Menschen als Demonstratoren einsetzen zu können, und dadurch die Genauigkeit der Demonstration zu kontrollieren. Hier schlagen wir ein Projekt womit wir die Fähigkeit des Kea Bergpapagei untersuchen würden die Aktionen eines anderen Kea zu imitieren. Als erstes würden wir den Standard „two-action task“ einsetzen, in dem Demonstratoren trainiert werden eine Box auf eine von zwei Weisen zu öffnen. Die Fähigkeit des zuschauenden Keas zu imitieren kann dann an Hand der Wahl der Aktion des Demonstratoren statt einer anderen gesehen werden. Danach würden wir Kea trainieren eine bestimmte Sequenz von Punkten an einem Touchscreen Computer zu drücken welche ein Demonstrator vorgemacht hat. Obwohl vom Prinzip her dasselbe wie der vorhergegangene Versuch, würde die höhere Anzahl der Möglichen Wahlen dazu führen dass die Genauigkeit der Imitation beschaut werden kann. Als letztes, würden wir dann das so genannte „Do-as-I-do“ Paradigma anwenden. Hierbei führt ein Demonstrator eine von mehreren bekannten Aktionen vor, und das Subjekt wird belohnt wenn es diese genau imitiert. Danach werden neue Bewegungen vorgemacht um die spontane Imitation dieser zu evaluieren. Der Unterschied zum vorherigen, besteht in der Inklusion von Aktionen die nicht notwendig sind um an die Belohnung zu kommen, z.B. das Heben eines Flügels. Solche „intransitive actions“ werden von menschlichen Kindern mit Leichtigkeit nachgeahmt, aber bei nicht-menschlichen Tieren fehlt der Nachweiss grossteils; nur eine rezente Hundestudie konnte zeigen dass ihre Subjekte eine irrelevante Aktion (das Berühren eines Fabkleckses) imitieren welches durch ihren Besitzer vorgeführt worden ist um an eine Belohnung zu kommen. Dementsprechend würde diese Projekt neue Wege beschreiten, und unser Wissen über Imitation bei nicht menschlichen Tieren fördern.
Kurzbezeichnung
Motor imitation in kea parrots
Projektleitung
Schwing Raoul
Laufzeit
01.08.20-31.07.23
Programm
FWF Einzelprojekte
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung
Gefördert durch
FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich

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