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Entwicklung einer Tumorzell-basierten Vakzine zur Behandlung vonKrebserkrankungen beim Pferd

Abstract
Papillomviren (PV) sind kleine DNS-Viren, die gut- oder bösartige Tumoren bei Mensch und Tier hervorrufen können. Auch Pferde und andere Pferdeartige erkranken an PV-assoziierten Tumoren. Das durch bovine PV (BPV1, BPV2) verursachte Sarkoid stellt hier mit einer weltweiten Prävalenz von bis zu 12% (!) die häufigste Krebserkrankung in Säugern dar und ist äußerst therapieresistent. Derzeit angewandte Therapieformen, wie etwa Chirurgie, Radiotherapie oder Chemotherapie sind in fortgeschrittenen Tumorstadien nicht mehr wirksam bzw. machbar und können sogar ein Wiederauftreten der Erkrankung in aggressiverer, multipler Form induzieren. Dieser Umstand ist auch darin begründet, dass das körpereigene Immunsystem von karzinogenen PV-Typen daran gehindert wird, Krebszellen zu erkennen und abzutöten.Die Forschungsgruppe Onkologie (RGO) der Veterinärmedizinischen Universität Wien konnte nun Vordaten generieren, die eindeutig belegen, dass das Immunsystem von Sarkoidpatienten spezifisch reaktiviert werden kann, indem ihm Tumorantigene (i.e. Virus- und Sarkoidzellproteine) präsentiert werden. Dies wurde etwa durch Reimplantation von chirurgisch entnommenem, kryo-inaktiviertem Sarkoidmaterial erreicht, was zu nachhaltiger Tumorrückbildung selbst in schweren Fällen führte. Diese immuntherapeutische Strategie ist aber weder standardisierbar noch universell anwendbar und führt in einigen Fällen aufgrund der heterogenen Komposition des Implantats und Kontamination mit Bakterien/Pilzen zu Fieber, Ödemen und Abszessbildung. Nun ist es der RGO gelungen, "Sarkoidzellen im Reagenzglas" herzustellen, d.h. primäre Pferdehautzellen (Fibroblasten) unter nahezu sterilen Bedingungen in vitro mit BPV1/2-Viruspartikeln zu infizieren und dauerhaft zu kultivieren. Auf dieser Basis soll ein Prototyp für eine standardisierbare Tumorzell-basierende, immuntherapeutische Vakzine der zweiten Generation zur effektiveren und nachhaltigeren Immuntherapie von equinen Sarkoiden geschaffen werden. Das Konzept zeichnet sich auch dadurch aus, dass es minimalinvasiv, kostengünstig (kein Eingriff unter Narkose) und sowohl für den tierischen Patienten, als auch den behandelnden Tierarzt unbedenklich ist (kein Einsatz von Zellgiften, Chemotherapeutika oder radioaktiver Strahlung).
Kurzbezeichnung
VakzinPrototyp
Projektleitung
Brandt Sabine
Laufzeit
01.03.21-28.02.22
Programm
aws Prototypenförderung für Universitäten und Fachhochschulen
Art der Forschung
Experimentelle Entwicklung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Universitätsklinik für Pferde, Klinische Abteilung für Pferdechirurgie
Gefördert durch
Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH, Walcherstraße 11A, 1210 Wien, Österreich
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