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Do human attitudes towards wolves and dogs actually reflect the human related temperament traits of the two species?

Abstract
Obwohl Wölfe äußerst erfolgreiche Raubtiere sind, die in Gruppen jagen und potentiell für den Menschen gefährlich sein können, waren sie die ersten Tiere, die domestiziert wurden. Die Domestizierung des Wolfs führte zu unseren "besten Freunden" - den Hunden. Diese Evolutionsgeschichte spiegelt sich in den unterschiedlichen Einstellungen der Menschen wieder, die oft eher negativ gegenüber dem Wolf und sehr positiv gegenüber dem Hund ist. Diese Wahrnehmung kann jedoch unser eigenes Verhalten gegenüber Wölfen und Hunden beeinflussen, was wiederum auch die Reaktionen der Tiere auf uns beeinflusst. Darüber hinaus scheint diese Wahrnehmung auch unseren wissenschaftlichen Diskurs zu beeinflussen, in dem Domestizierungshypothesen eine Verschiebung des Temperaments von einem aggressiveren Wolf zu einem sanfteren, freundlicheren Hund postulieren. In diesem Projekt wollen wir untersuchen, wie die menschliche Einstellung diesen Domestizierungsprozess beeinflusst hat (und immer noch beeinflusst) und ob das Stereotyp des aggressiven Wolfs und des freundlichen Hundes auf die beiden Arten zutrifft. Um die menschlichen Einstellungen zu klären, werden wir mit Hilfe von Verhaltens-, neuronalen und physiologischen Messungen untersuchen, ob Laien und Forscher dazu neigen, Wölfe zu fürchten und Hunde zu lieben, und wie unsere Einstellungen durch unseren Kontakt mit und unser Wissen über diese Tiere geprägt werden. Wir werden außerdem untersuchen, ob die Einstellung einer Person gegenüber Wölfen und Hunden ihr Verhalten ihnen gegenüber beeinflusst - z. B. könnte sich eine (wenn auch unbewusste) größere Angst oder ein größeres Unbehagen beim Kontakt mit Wölfen im Vergleich zu Hunden in einer höheren Herzfrequenz widerspiegeln und so spezifische Reaktionen der Tiere hervorrufen, die der Einstellung des Menschen entsprechen (z. B. wollen Wölfe nicht von einer Person gestreichelt werden, die Angst zeigt).Bei den Tieren werden wir das vom Menschen gelenkte Verhalten von Wölfen und Hunden, die im Wolfsforschungszentrum in ähnlicher Weise aufgezogen und gehalten werden, in verschiedenen Testsituationen testen. Zum Beispiel in Konfliktsituationen, in denen ein Mensch versucht, den Tieren Ressourcen wegzunehmen, und in Situationen, in denen wir die Kontaktfreudigkeit der Tiere mit dem Menschen testen.Auf der Grundlage dieses vielschichtigen Ansatzes werden wir ein besseres Verständnis der Mensch-Hund-Interaktion erlangen, was für Theorien der Domestikation und des Wildtiermanagements von entscheidender Bedeutung sein wird. Das Projekt ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Forschern der Veterinärmedizinischen Universität Wien (F. Range & S. Marshall-Pescini) und der Universität Wien (C. Lamm).
Kurzbezeichnung
Human attitudes towards wolves and dogs
Projektleitung
Range Friederike
Laufzeit
01.11.21-31.10.25
Programm
FWF Einzelprojekte
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung
(Weitere) Projektpartner
Kontakt: Claus Lamm
Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien, Österreich
Gefördert durch
FWF - Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich

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