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Symbiotische Weidehaltung von Schweinen und Hühnern zur Verbesserung des Tierwohls - Entwicklung von Strategien zur Risikominimierung auf Grundlage einer Risikoanalyse

Abstract
Schweine und Hühner werden im turnusmäßigen Wechsel auf gemeinsamen Weiden gehalten, wobei die Tiere von der Anwesenheit der jeweils anderen Art profitieren sollen (symbiotische Weidehaltung). Diese heutzutage unüblich gewordene Form der Haltung erfüllt die Tierwohlkriterien beider Tierarten. Den Landwirt, aber auch die veterinärbehördliche Überwachung, die für den Schutz des Verbrauchers auf allen Stufen der Lebensmittelkette - von der Primärproduktion bis zum Inverkehrbringen des Produkts - verantwortlich ist, stellt sie jedoch vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen. Vor allem der Eintrag von Krankheitserregern und/oder Parasiten kann hier eine wesentliche Rolle spielen. Besondere Bedeutung kommt dabei Tierseuchen zu, die bei gemeinsamer Haltung zwischen verschiedenen Tierarten – und im Fall von zoonotischen Erregern auch auf den Menschen - übertragen werden können. Daher soll eine wissenschaftliche Studie Grundlagen schaffen, wodurch die Erkennung, Analyse und Bewertung von Risiken ermöglicht wird. Die Untersuchungen werden zur Wahrung rechtlicher Vorschriften auf Basis amtlich vorgeschriebener Methoden durchgeführt; darüber hinaus finden zur Erkennung epidemiologischer Zusammenhänge moderne State-of-the-Art Methoden Anwendung (z. B. DNA-Fingerprints, Sequenzierung). Die Ergebnisse dieser unabhängigen wissenschaftlichen Studie können sowohl als Maßnahmenkatalog verwendet werden als auch als Entscheidungshilfe für die zuständigen Behörden dienen. Basierend auf der erstellten Risikobewertung können Bedingungen geschaffen werden, unter denen die sichere Überwachung und Kontrolle von Gefahren im Sinne des Risikomanagements sichergestellt wird. Dies kann z. B. durch Errichtung von Barrieresystemen zum Fernhalten von Infektionsquellen und zur Unterbrechung von Infektionszyklen geschehen, aber auch durch richtiges und frühzeitiges Erkennen von Erregern sowie der Anpassung des Hygienekonzepts (Schädlingskontrolle, Reinigung und Desinfektion, etc.) und schließlich einer an die Haltungsform angepassten (ev. ausführlicheren) Fleischuntersuchung, die einen besonderen Schwerpunkt im Erkennen und in der Diagnostik von relevanten biologischen Gefahren aufweist. Auf diese Weise lässt sich ein System etablieren, das hinsichtlich Lebensmittelqualität und Tierschutz höchsten Ansprüchen gerecht wird, wobei gleichzeitig dem Schutz des Menschen vor gesundheitlichen Gefahren durch Lebensmittel tierischen Ursprungs oberste Priorität eingeräumt wird.
Kurzbezeichnung
Symbiotische Weidehaltung
Projektleitung
Schwaiger Karin
Laufzeit
01.12.21-31.05.22
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin, Abteilung für Hygiene und Technologie von Lebensmitteln
Gefördert durch
Schweisfurth Stiftung, München, Deutschland
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