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Biodiversität in der europäischen Agrarlandschaft - Hasen als Umbrella Species

Abstract
Hasen sind typische Säugetiere in Europas Kulturlandschaft, die bis vor einigen Jahren in ganz Europa häufig waren. In der Zwischenzeit sind jedoch in mehreren Ländern die Hasenbestände dramatisch zusammengebrochen: seit den frühen 1970er Jahren sind die Populationen um 60% oder mehr gesunken. Der Lebensraum der Hasen wurde in den letzten Jahrzehnten stark verändert, allen voran durch die Aktivität des Menschen (z.B. Intensivierung der Landwirtschaft). Diese Veränderungen hatten einschneidende Konsequenzen, und zwar sowohl direkt durch eine erhöhte Sterberate (landwirtschaftlicher Techniken) und Unterernährung (Reduzierung der Nahrungspflanzenvielfalt), als auch indirekt durch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit und Verluste durch Beutegreifer. Es ist wahrscheinlich, dass nicht ein Faktor alleine für den Populationsrückgang verantwortlich ist, die relative Bedeutung der in Frage kommenden Faktoren, ihre Interaktionen und die Ursache-Wirkungs-Ketten sind bisher aber nicht bekannt. Ein Populationsrückgang ist die Folge einer gesunkenen Geburtenrate und/oder eine erhöhten Sterberate. Hasen leben während des ganzen Jahres oberirdisch und sind daher zahlreichen Umweltfaktoren stark ausgesetzt, vor allem in den ersten Lebenswochen. Untersuchungen und Modellberechnungen zur Populationsdynamik bei Hasen haben gezeigt, dass insbesondere eine hohe Jungensterblichkeit von größter Bedeutung ist. Auf der anderen Seite scheinen Hasen an eine hohe Jungensterblichkeit angepasst zu sein, da sie außergewöhnlich fruchtbar sind. Das angestrebte EU-Projekt hat daher zum Ziel, die relative Bedeutung einer gestiegenen Junghasensterblichkeit und einer gesunkenen Fruchtbarkeit für den Rückgang der Hasenpopulationen in Europa zu erfassen und die wichtigsten Faktoren, die über Sterbe- und Geburtenrate entscheiden, zu bestimmen.
Projektleitung
Arnold Walter
Laufzeit
20.07.2001-31.10.2001
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Beteiligte Vetmed-Organisationseinheiten
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
(Weitere) Projektpartner
Centro di Ecologia Alpina
European Policy Office des WWF
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensverhütung
Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen, Deutschland
Institute of Marine Biology of Crete
Internationaler Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd
Istituto Nazionale per la Fauna Selvatica
Istituto Zooprofilattico Sperimentale della Lombardia e dell'Emilia-Romagna
Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Str. 17, 10315 Berlin, Deutschland
Polish Hunting Association
Research Institute of Animal Production, Dept. of Game Biology
Statens Veterinaermedicinska Anstalt, Uppsala, Schweden
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Universidad de Castilla La Mancha, Instituto de Investigacion en Recursos Cinegeticos
Universität Porto, Porto, Portugal
Zusammenschluss der Jagdschutzverbände in der Europäischen Union
Gefördert durch
Bundesministerium für Bildung - Ö, Minoritenplatz 5, 1010 Wien, Österreich
3 Publikationen

Arnold, W (2001): EU Research network on the interaction of land use, climate and brown hare decline. The decline of European hares - an interdisciplinary research task, Berlin, Germany, 21.4.2001. The decline of European hares - an interdisciplinary research task, Berlin, 21.4.2001.

Arnold, W (2001): Quo vadis Lepus europaeus? Brown hare research in Austria, current topics and perspectives. Berlin, Germany, 21.4.2001. Berlin, 21.4.2001.

Hackländer, K; Sternbach, E; Frisch, C; Ruf, T (2001): Placental scar analysis: a method to determine reproductive history in female mammals. 94. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Zoology 104,(Suppl.).

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