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Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Russold, Elena

Titel: Die respiratorische Ultraschallplethysmographie beim anästhesierten, mechanisch ventilierten Pferd.

Titelvariante: Respiratory ultrasoundplethysmography in the anaesthetised, mechanically ventilated horse

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 79.


Betreut von:

Moens Yves
Schramel Johannes

Begutachtet von:
Schramel Johannes
Van Den Hoven Rene

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Anästhesiologie und perioperative Intensivmedizin


Abschluss Datum: 08.06.10


Abstract:
Diese prospektive Studie befasste sich mit der Evaluierung der Abhängigkeiten und Verhältnisse von Tidalvolumen gemessen mittels Spirometrie und Veränderungen der RUP beim anästhesierten, mechanisch beatmeten Pferd. Als Referenzmethode wurde die Messung des Tidalvolumens mittels Pitot-Rohr und Spirometrie gewählt. Fünf Pferde im Alter von 13 ± 6 Jahren und einem Gewicht von 531 ± 77 kg wurden im Abstand von einer Woche zweimal einer Allgemeinanästhesie unterzogen. Einmal waren die Tiere in Rückenlage, das zweite Mal in linker Seitenlage. In jedem Versuch wurden die Pferde mit 9 verschiedenen Ventilationsmodi mechanisch beatmet. Die Ventilationsmodi bestanden aus einer Kombination von 3 unterschiedlichen Tidalvolumina (8, 10 und 12 ml/kg) und 3 PEEP Stufen (0, 10 und 20 cmH2O). Der Ablauf der Ventilationsmodi wurde für jeden Versuch neu randomisiert. Vor und zwischen den Ventilationsmodi wurde ein Referenz-Ventilationsmodus (15 ml/kg / PEEP 0 cmH2O) eingeschoben. Die Daten wurden elektronisch erfasst, synchronisiert und statistisch ausgewertet (Regressionsanalyse, ANOVA und Bland-Altman Verfahren). Die Korrelation aller RUP Daten mit dem Tidalvolumen gemessen mittels Spirometrie war niedrig (R2 =0,52). Die Ursache für dieses Resultat lag in der großen Variabilität zwischen den einzelnen Ventilationsmodi. Neben individuellen Unterschieden (Thorax- und Abdomenumfang der Pferde), hatten auch Körperposition und PEEP einen signifikanten Einfluss. Das thorakale RUP Band zeigte in linker Seitenlage bei PEEP 0 cmH2O eine wesentlich höhere Korrelation als in Rückenlage (R2 = 0,81 vs. R2 = 0,57), während im abdominalen Band weniger Unterschied darstellbar war. Mit einer Erhöhung des PEEP erfolgte ein signifikantes Absinken der Korrelation im thorakalen Band. Weitere Ursachen für die Variabilität waren eine mögliche Verschiebung der Bänder, die Veränderung des Gas- und Flüssigkeitsinhaltes der abdominalen Organe und Spontanatmung. Eine deutliche Veränderung der Compliance von Thorax und Abdomen war vor und nach jedem spontanen Atemzug feststellbar. Eine off-line Kalibrierung aller Daten nach den Versuchen und das Bland-Altman Verfahren zeigte eine Abweichung zwischen den Messsystemen von bis zu 2,2 Litern je Messung. Mit Erhöhung des PEEP konnte in beiden RUP Bändern im Vergleich zum Referenz-Ventilationsmodus eine signifikante Erhöhung des Basisumfangs und somit des endexspiratorischen Lungenvolumens (EELV) dargestellt werden. Im thorakalen Band zeigte sich eine signifikante Erhöhung des EELV auch nach der Rückkehr in den Referenz-Ventilationsmodus, was auf eine Öffnung kollabierter Lungenareale schließen lässt. RUP erwies sich in dieser Studie und mit der beschriebenen Kalibrierung zur Messung des Tidalvolumens nicht geeignet. Der Einfluss von PEEP auf das EELV ist mit RUP gut darstellbar und könnte in Zukunft bei der Überwachung anästhesierter, mechanisch ventilierter Pferde eingesetzt werden.

Schlagworte:
Respiratorische Ultraschallplethysmographie / Pferd / Anästhesie / IPPV


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Russold, E; Ambrisko, TD; Schramel, JP; Auer, U; Van Den Hoven, R; Moens, YP (2013): Measurement of tidal volume using respiratory ultrasonic plethysmography in anaesthetized, mechanically ventilated horses. Vet Anaesth Analg. 2013; 40(1):48-54

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