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Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Grassl, Karin

Titel: Diagnostische Validität verschiedener Hüftgelenksdysplasie-Diagnoseverfahren untersucht an sechs verschiedenen Hunderassen.

Titelvariante: Diagnostic validity of different scoring schemes for hip dysplasia evaluated in six different breeds of dogs

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 103.


Betreut von:

Gumpenberger Michaela

Begutachtet von:
Köppel Ewald

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Bildgebende Diagnostik


Abschluss Datum: 16.11.10


Abstract:
Die Schwerpunkte der vorliegenden Arbeit waren die Berechnung der diagnostischen Validität des F.C.I.- (Fédération Cynologique Internationale) und Schweizer HD-Beurteilungsschemas ("Schweizer Methode") zur Diagnose der Hüftgelenksdysplasie (HD), die Wiederholbarkeit der einzelnen Kriterien und Endbefunde eines Gutachters (intra-observer agreement) sowie die Übereinstimmung aller erhobenen Befunde zwischen zwei Gutachtern (inter-observer agreement) mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz. Untersucht wurden insgesamt 180 Hunde sechs verschiedener Rassen (je 30 Hunde): Rottweiler, Golden Retriever, Hovawart, Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar und Beagle. Bei beiden Diagnoseverfahren konnte eine sehr hohe Sensitivität (100%) und eine sehr niedrige Spezifität (5,3 - 54,8%) beobachtet werden. Beide Tests waren sehr gut geeignet, nicht HD-freie Tiere zu entdecken. HD-verdächtige Hunde konnten mittels Schweizer HD-Beurteilungsschema besser erkannt werden. Die Übereinstimmung aller Befunde eines Gutachters (intra-observer agreement) betrug mittels beider Beurteilungsmethoden durchschnittlich 60% und lag deutlich höher als jene zwischen zwei Auswertern mit 24% (inter-observer agreement). Beide Schemata ergaben eine gute Wiederholbarkeit (intra-observer agreement) des Norberg-Winkels, der Lage des Femurkopfzentrums in Bezug auf den dorsalen Azetabulumrand, des kraniolateralen Azetabulumrandes und der Morganlinie. Auf die einzelnen Rassen übertragen war nur das Kriterium Femurkopfzentrum bei allen Rassen gut reproduzierbar. Beide Gutachter (inter-observer agreement) beurteilten die Morganlinie und die Pfannentiefe weitestgehend übereinstimmend. Dabei wurde bei der genaueren Analyse der einzelnen Befunde deutlich, wie sehr die Beurteilung und Interpretation von HD-Bildern durch die röntgenologische Schulung und Erfahrung des Gutachters beeinflusst werden kann. Bereits geringgradige Verlagerungen (Verkantung, Verkippung) und Asymmetrien des Beckens können Veränderungen des Azetabulums (Tiefe der Pfanne, Form des kraniolateralen Pfannenrandes, kraniale Pfannenkontur), des Gelenkspaltes und des Norberg-Winkels vortäuschen. In Abduktion gehaltene Femora können den Eindruck eines verkürzten Femurhalses vermitteln. Ausgeprägte Verdichtungszonen distal der geschlossenen Epiphysenfuge des Femurkopfes und eine gelegentlich zu beobachtende physiologische Knochenleiste röntgenologisch in Form einer feinen Verschattungslinie an der kaudalen Fläche des Femurhalses können als osteoarthrotische Veränderungen interpretiert werden. Eine unzureichende Berücksichtigung dieser lagerungsbedingten Veränderungen führte in der vorliegenden Studie dazu, dass die Endbefunde zweier Gutachter mit unterschiedlicher röntgenologischer Erfahrung bei allen Rassen zu Abweichungen von ein bis zwei HD-Graden führten.

Schlagworte:
Hüftgelenksdysplasie / F.C.I.-Schema / Schweizer HD-Beurteilungsschema / Hund / Beagle


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