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Publikationstyp: Bakkalaureatsarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Seper, Martin

Titel: VPAC-Expressionsanalyse im humanen Entzündungsmodell.

Titelvariante: Analysis of VPAC Expression in a human model of inflammation

Quelle: Bakkalaureatsarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 36.


Betreut von:

Wolzt Michael
Saalmüller Armin

Begutachtet von:
Strasser Alois

Einrichtung:
Institut für Immunologie


Abschluss Datum: 21.02.11


Abstract:
Das vasoaktive intestinale Peptid (VIP) und das Hypophysen Adenylatzyklase-aktivierende Polypeptid (PACAP) sind Peptide der Secretin/Glucagon Familie. VIP wurde erstmalig im Dünndarm, als Molekül mit zahlreichen biologischen Funktionen, beschrieben. Es beeinflusst nicht nur den Gastrointestinaltrakt, sondern bewirkt ebenfalls systemische Vasodilatation, Bronchodilatation und zeigt neurotrophe Eigenschaften im zentralen Nervensystem. Die Internationale Union für Pharmakologie (IUPHAR) klassifizierte 3 Rezeptoren für VIP und PACAP: VPAC1, VPAC2 und PAC1. PACAP zeigt eine höhere Affinität zu PAC1 als VIP. diese G-Protein gekoppelten Rezeptoren finden sich in verschiedensten Geweben, wie dem Nervensystem, der Leber, der Lunge, dem Pankreas, den Drüsen, der glatten Muskulatur, den Blutgefäßen und den Immunzellen. VIP wirkt als immunmodulatorisches Molekül und vermittelt die Freisetzung von anti-inflammatorischen und pro-inflammatorischen Zytokinen. Des Weiteren beeinflusst es die Phagozytoseaktivität, Migration und Differenzierung von Leukozyten, wodurch es eine Rolle in der Therapie akuter, chronischer und autoimmunologischer Erkrankungen spielen kann. Ziel dieser Studie war es die Regulation der VPAC-Rezeptoren humaner Leukozyten nach Lipopolysaccharid (LPS)-Verabreichung zu demonstrieren. Blutproben von 20 gesunden Freiwilligen wurden vor, 3, 6 und 24 Stunden nach intravenöser Applikation von 2ng/kg Körpergewicht LPS entnommen und mit polyklonalen sowie monoklonalen VPAC1, VPAC2 und PAC1-Antikörpern markiert. Die Erythrozyten wurden lysiert und die Rezeptorexpression mittels Durchflusszytometrie bestimmt. Die Resultate zeigten verschiedene VPAC-Expressionsmuster bei Lymphozyten, Monozyten und Granulozyten. Lymphozyten wiesen eine höhere VPAC-Expression während der akuten Inflammation auf und kehrten 24 Stunden nach LPS-Gabe auf Ausgangsniveau zurück. Gegenteilig zeigten Phagozyten eine Hinunterregulation der VPAC-Rezeptoren innerhalb der ersten 6 Stunden und erhöhte Expression nach Abklingen der Entzündung. Nach 24 Stunden normalisierten sich die VPAC-Levels bei Granulozyten und waren überexprimiert bei Monozyten. VPAC2 zeigte bei Monozyten einen zweiphasigen Verlauf der Regulation. Die verminderte VPAC-Expression bei phagozytierenden Zellen im inflammatorischen Geschehen wurde auch in anderen wissenschaftlichen Arbeiten beschrieben und kann durch Rezeptor-Internalisierung erklärt werden. Die gesteigerte VPAC-Präsenz an der Oberfläche der Lymphozyten widerspricht früheren in vitro Studien. Für ein besseres Verständnis der Regulationsmechanismen der VPAC-Rezeptoren sind weitere Untersuchungen erforderlich.


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