Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Matiasek, Anna

Titel: Vergleich der Stabilität von bispezifischen Antikörpern in gereinigter Form und im Plasma/Serum von transgenen Rindern.

Titelvariante: Stability of the bispecific antibody r28M before and after purification from bovine blood.

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 78.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Jensen-Jarolim Erika

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik, Abteilung für Reproduktionsbiologie


Abschluss Datum: 28.11.14


Abstract:
Zur Behandlung von Krebserkrankungen haben Antikörper in den letzten Jahren stetig an Bedeutung zugenommen. Neben vielen, für die Therapie bereits zugelassenen, Präparaten, stellt die Entwicklung rekombinanter, bispezifischer Antikörper derzeit einen wichtigen Aspekt in der Etablierung von Krebstherapien dar. Einer dieser rekombinanten Antikörper ist der monoklonale bispezifische Einzelketten-Antikörper r28M, welcher an Melanom- sowie Glioblastomzellen bindet, eine Aktivierung von T-Zellen bewirkt und somit zu einem Abtöten der Tumorzellen führen kann. Die Expression des Antikörpers in Zellkultur führte aufgrund der geringen Ausbeute nicht zum erwünschten Erfolg, weswegen geklonte, transgene Tiere erzeugt wurden und, mithilfe dieses sogenannten „Gene-Pharmings“-Prinzip, eine bedeutend größere Menge an r28M in unterschiedlichen Produktionssystemen wie Blut oder Milch exprimiert werden konnte. Das Ziel dieser Arbeit lag nun darin, das Plasma von r28M-transgenen Rindern mithilfe des Enyzm Linked Immunosorbent Assays (ELISA)-Testverfahren auf seine r28M-Expressionsleistung zu testen und zu erforschen, ob sich die Stabilität der Expression mit zunehmendem Alter der Tiere verändert. Zunächst sollte das Testverfahren soweit optimiert werden, um stabile und reproduzierbare Expressionsmessungen zu erhalten. Jedoch stellten sich im Laufe der Zeit immer wieder Probleme ein, die zuletzt eine tatsächliche Messung der Plasmaproben unmöglich machten. Vor allem unspezifische Bindungen an die ELISA-Platte sowie Kreuzreaktivitäten des Detektionsproteins (Protein L), das eigentlich ausschließlich κ-light chains humaner und muriner Antikörper erkennen sollte, mit 3 weiteren Antikörpern, konnten festgestellt werden. Weiters traten im Zuge der Messungen der einzelnen Plasmaproben erhebliche r28M-Konzentrationsschwankungen auf, die nicht allein auf das Testverfahren zurückgeführt werden konnten, sondern vermutlich aufgrund Instabilitäten oder Fragmentierungen des r28M-Antikörpers im Rinderplasma zustande gekommen waren. In weiterführenden Arbeiten konnten später tatsächlich Verunreinigungen im r28M-Eluat, hauptsächlich BSA und bovine Ig, sowie Komplexbildungen des r28M mit BSA nachgewiesen werden. Es ist anzunehmen, dass v.a. die Erforschung der Ursachen für den Stabilitätsverlust des bispezifischen Antikörpers r28M sowie die Behebung der Probleme noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen wird, um schlussendlich einen therapeutischen Einsatz von r28M in der Krebstherapie zu ermöglichen.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads