Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2007

AutorInnen: Jevticova, I

Titel: Untersuchungen zum Homocysteingehalt im Plasma von Hunden.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 112.

Betreut von:

Iben Christine
Schwendenwein Ilse


Abstract:
Homocystein ist eine schwefelhältige Aminosäure und das Produkt der Demethylierung von Methionin. Homocystein scheint beim Menschen ein unabhängiger Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall, Thrombose und Niereninsuffizienz zu sein. Mangel an Vitamin B6, B12 bzw. Folsäure kann Ursache höherer Homocysteinkonzentrationen im Blut sein. Das Ziel der Studie war die physiologische Konzentration von Homocystein im Hundeplasma festzustellen. Weiters wurde die Korrelation zwischen Homocysteinkonzentration und Nierenparametern (Harnstoff, Kreatinin) in Plasma studiert. Blut wurde in Lithium Heparin-Röhrchen nach 12 Stunden Nahrungskarenz entnommen, anschließend bei 5000 rpm 5 Minuten zentrifugiert und das Plasma abpipettiert. Für die Homocysteinanalyse stand ein automatisches HPLC-Untersuchungssysten, isokratisch, mit Testkit von Chromsystems zur Verfügung. Der Homocysteinspiegel von 51 gesunden und 97 kranken Hunden wurde untersucht. Der in dieser Studie festgestellte Referenzbereich lag zwischen 5,3 und 22,9 µmol/l (Mittelwert=10,9 µmol/l, Konfidenzinterval = 95 %). In der Gruppe der kranken Hunde wurde die Korrelation zwischen Kreatinin, Harnstoff, Gesamtprotein und Homocystein untersucht. Zwischen den genannten Parametern wurde keine nennenswerte Korrelation gefunden. Im Gegensatz zu den meisten Studien beim Menschen stehen höhere Homocysteinspiegel bei Hunden nicht in Zusammenhang mit Niereninsuffizienz. Insgesamt wurden nur bei 8 Hunden höhere Homocysteinspiegel gefunden. Bei 2 Patienten war ein erhöhter Kreatininspiegel (351 and 400,5 µmol/l) mit einem Anstieg des Homocysteingehaltes im Plasma korreliert. Bei den Patienten mit sehr hohen Kreatininwerten (n=9) war der Homocysteingehalt im Referenzbereich (Kreatinin 109,6 - 249,3 µmol/l) oder darunter (Kreatinin 828,3 µmol/l). Der Fütterungstest wurde mit 6 gesunden Beagles durchgeführt. Das Gesamthomocystein im Plasma wurde nach 12 Stunden Nahrungskarenz und 4 Stunden nach der Fütterung ermittelt. Die Hunde wurden mit kommerziellen proteinreduzierten Diäten mit Proteingehalten von 15,22, 11,47, 17,78 und 17,44 % in der Trockensubstanz eine Woche gefüttert. Es handelte sich um 2 Trockenfuttermittel und 2 Feuchtfutter. Die Homocysteinspiegel Nüchtern und 4 Stunden nach der Fütterung lagen im Referenzbereich, nach der Fütterung wurde nur eine leichte Steigerung beobachtet. Die Fütterung der proteinarmen Diäten bewirkte nach 1 Monat eine Senkung des Homocysteinspiegels. Ein klarer Zusammenhang zwischen dem Homocysteingehalt und diagnostischen Laborparametern wie Kreatinin, Harnstoff, Totalprotein u. a. wurde nicht gefunden. Ähnlich wie beim Menschen scheint im Endstadium einer Krankheit eher eine Hypohomocysteinämie vorherrschend zu sein und die Prognose bei an Hyperhomocysteinämie leidenden Hunden ist günstiger als bei Hypohomocysteinämie. Prinzipiell ist aus den Ergebnissen zu schließen, dass Homocystein kein aussagekräftiger Parameter in der klinischen Diagnostik ist.

Schlagworte:
Homocystein / Hund / Referenzbereich / Kreatinin / proteinreduzierte Diäten


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads