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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Gerritsmann, Hanno

Titel: Comparision of s-(+) ketamine and ketamine, with medetomidine, for field anesthesia in the European brown hare (lepus europaeus).

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 42.


Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Gerritsmann Hanno

Betreut von:
Stalder Gabrielle
Walzer Christian

Begutachtet von:
Eberspächer-Schweda Eva

Einrichtung:
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie


Abschluss Datum: 19.11.10


Abstract:
Dies ist eine Vergleichsstudie zweier Protokolle zur Feld-Narkose des Europäischen Feldhasen (EFH) (Lepus europaeus). Es wurde die Wirkung von 0,2 mg kg-1 Medetomidin in Kombination mit entweder 15 mg kg-1 S-(+)-Ketamin oder 30 mg kg-1 razemischem Ketamin verglichen. Spezies-spezifische Anästhesie ist vor allem für Wildtiere angebracht, die im Forschungsinteresse stehen. Große tierartliche Unterschiede im Bereich der Haustieranästhesie sind hinlänglich bekannt. Einfache Übertragung von Haustierprotokollen auf Wildtiere hat sich in der Vergangenheit als ungenügend dargestellt. Im Rahmen einer Routineuntersuchung wurden 20 Feldhasen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien in zwei Gruppen á 10 Tiere aufgeteilt und mit einem der oben erwähnten Protokolle anästhesiert. Erstreaktionszeit, sowie die Zeit bis zum vollen Effekt (Verlust des Stell-Reflexes) wurden dokumentiert und verglichen. Während der Anästhesie wurden die Vitalparameter der Tiere alle 5 Minuten kontrolliert und im Anschluss an die Studie statistisch ausgewertet. Besonderes Augenmerk wurde auf die Parameter der Aufwach- und Erholungsphase gelegt. Da es sich um ein Protokoll für eine Feldnarkose handelt, wurden Narkosezeit, Aufstehzeit und Regenerationszeit gemessen und zwischen beiden Gruppen verglichen. Zusätzlich wurde gezählt, wie oft die Tiere in der Erholungsphase umfielen oder in Seitenlage ruderten, um ein Maß für eingeschränkte Koordinationsfähigkeit zu schaffen. Zusammen mit einer visuellen analogen Skala zur subjektiven Einschätzung der Qualität der Aufwachphase, wurden auch diese Werte auf signifikante Unterschiede zwischen den beiden Gruppen untersucht. Tiere, die razemisches Ketamin als Komponente bekommen hatten, erreichten ein tieferes Anästhesiestadium als die Tiere aus der S-(+)-Ketamin Gruppe. Die respiratorischen Parameter in der S-(+)-Ketamin Gruppe waren signifikant besser. Insgesamt wurde jedoch in keiner Gruppe die chirurgische Toleranz verlässlich erreicht. Eine lange Aufwachphase mit teils hochgradigen unkoordinierten und unfreiwilligen Bewegungen wurde hingegen regelmäßig beobachtet. Die Nutzung des S-(+)-Isomers des Ketamins brachte hinsichtlich der Aufwachphase zwar geringfügige, aber keine klinisch relevanten Vorteile gegenüber dem razemischen Gemisch. Es bedarf daher weiterer Untersuchungen um ein, für den EFH geeignetes, Protokoll zur Feldnarkose zu entwickeln. Eine sichere Anästhesie mit chirurgischer Toleranz und einer kurzen Aufwachphase mit möglichst wenigen unerwünschten Nebenwirkungen sollte auch aus Sicht des Tierschutzes das Ziel sein.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Gerritsmann, H; Stalder, GL; Seilern-Moy, K; Knauer, F; Walzer, C (2012): Comparison of S(+)-ketamine and ketamine, with medetomidine, for field anaesthesia in the European brown hare (Lepus europaeus). Vet Anaesth Analg. 2012; 39(5):511-519

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