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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Bakkalaureatsarbeit

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Fischer, Kristin

Titel: Untersuchung der genetischen Diversität eurasischer Populationen des Wildschweins (Sus scrofa).

Titelvariante: Analysis of the genetic diversity of Eurasian wild boar populations (Sus scrofa): Variability of the mitochondrial DNA

Quelle: Bakkalaureatsarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 25.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Burger Pamela

Einrichtung:
Abteilung für Reproduktionsbiologie


Abstract:
Die Population des Wildschweins, Sus Scrofa, lässt sich genetisch zwei großen Gruppen zuordnen. Dabei unterscheidet man die europäischen von den asiatischen Schweinen. In der vorliegenden Studie wurde die geographische Verteilung der beiden Gruppen in Eurasien untersucht. Dazu wurde Russland geographisch in drei Regionen unterteilt. Die Einteilung erfolgte nach den Föderationskreisen Ural und Ferner Osten, bzw. „europäisches Russland“. Unter der Bezeichnung „europäisches Russland“ wurden die Föderationskreise Nordwestrussland, Zentralrussland, Wolga, Südrussland sowie Nordkaukasus zusammengefasst. Von aus Russland erhaltenen Gewebe- sowie DNA-Proben mit bekannter geographischer Herkunft wurde von 75 Wildschweinen die D-loop Region der mtDNA untersucht, wodurch die maternale Linie bestimmt werden konnte. Die D-loop Region weist eine hohe Anzahl an Mutationen auf und eignet sich daher für die phylogenetische Untersuchung nahe verwandter Gruppen. Es erfolgte die Zuordnung zu den genetischen Gruppen durch Vergleich mit Referenzsequenzen für europäische (Giuffra et al. 2000) und asiatische Wildschweine (Ramayo et al. 2011). Als Fremdgruppe wurde das kolumbianische Halsbandpekari (Tayassu tajacu) verwendet (Kim et al. 2002). Um einen Chi-Quardrat-Test durchführen zu können, wurden drei Haplotypen definiert. Der dadurch berechnete Vergleich der Allelfrequenz zwischen den Wildschweinpopulationen des europäischen Teils Russlands sowie dem Ural war nicht signifikant (p=1). Es zeigte sich jedoch ein signifikanter Unterschied (p=0.0005) zwischen dem europäischen Russland und dem Fernen Osten. Die Wildschweine aus dem europäischen Russland und denen des Urals sind folglich eng miteinander verwandt, wohingegen sie sich von denen des Fernen Ostens genetisch signifikant unterscheiden. Die Darstellung der Sequenzen in einem phylogenetischen Stammbaum bestätigte diese Ergebnisse. Die Ost-Westgrenze der Populationen konnte nur grob in Sibirien ausgemacht werden, wobei sich die europäischen Wildschweine westlich Sibiriens aufhalten, während sich die asiatischen hauptsächlich östlich davon befinden. Der Ural, welcher Russland von Norden nach Süden durchzieht und einen Teil der europäisch-asiatischen Grenze bildet, stellt folglich keine natürliche Barriere in der genetischen Verbreitung des Wildschweines dar.


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