Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2005

AutorInnen: Reimers, M

Titel: Resozialisierung von ehemaligen Laborschimpansen (Pan troglodytes).

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 83.

Betreut von:

Schwarzenberger Franz


Zugehörige(s) Projekt(e): Persönlichkeit als Parameter für sozialen Rang und Stressbelastung während der Rehabilitierung von Labor-Schimpansen (Pan troglodytes) (Zl.BCH80-Reimers)


Abstract:
Während einem Rehabilitationsprojekt von stark deprivierten ehemaligen Laborschimpansen wurde deren Stress mittels Cortisolmetaboliten im Kot untersucht und Zusammenhänge mit Persönlichkeit und Sozialverhalten erforscht. Die Schimpansen konnten aufgrund ihrer Biographien in „Early deprived“ (ED) und „Late deprived“ (LD) eingeteilt werden. ED Schimpansen sind früher von ihren Müttern getrennt worden, wurden nicht mit Artgenossen aufgezogen und verbrachten insgesamt länger in Einzelhaltung als die LD Schimpansen. Mittels Novelty Tests wurden Persönlichkeitsmerkmale hinsichtlich Mut und Ängstlichkeit ermittelt und in den entstandenen sozialen Gruppen wurde das Sozialverhalten und die Dominanz der Schimpansen beobachtet. Während eineinhalb Jahren wurde der Verlauf von Cortisolmetaboliten mit einem 11-Oxoetiocholanolon und 11Beta-Hydroxyetiocholanolon EIA und von Androgenmetaboliten mit einem Testosteron und Epiandrosteron EIA untersucht. In dieser Studie zeigte sich, dass Deprivation einen Einfluss auf Persönlichkeit, Stressanfälligkeit, die soziale Aktivität und Dominanz hat. Die ED Schimpansen reagierten mit Ängstlichkeit und Neophobie auf Neues, während sich die LD Schimpansen mutiger verhielten und mehr Explorationsfreude zeigten. LD Schimpansen waren sozial aktiver, sie initiierten und erhielten mehr Interaktionen, alle LD Schimpansen erreichten einen höheren sozialen Rang als die ED Schimpansen. In Summe waren die Cortisolmetaboliten bei den ED Schimpansen signifikant höher als bei den LD Schimpansen. Beide Deprivationsgruppen zeigten einen deutlichen Anstieg an Cortisolmetaboliten nach dem Transport vom Labor in ein neues Affenhaus und einen starken Rückgang der Cortisolmetaboliten nach der Resozialisation, lediglich die Schimpansen mit dem niedrigsten Rang (=ED) hatten gegenüber ihren Werten im Labor noch erhöhte Cortisolmetabolitenwerte. Ein Zusammenhang von Testosteron konnte mit dem Alter, aber nicht mit dem sozialen Rang festgestellt werden.

Schlagworte:
Schimpansen / soziale Deprivation / Cortisolmetaboliten / Androgenmetaboliten / nicht-invasiv / Resozialisierung / soziale Interaktion / Dominanz / Persönlichkeit


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads