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Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2010

AutorInnen: Farghaly, MM

Titel: Effect of Some Physical Treatments of Canola Seed on Performance of Growing Lambs.

Titelvariante: Einsatz von Raps beim Mastlamm Effekt der Hitzebehandlung und Zerkleinerung

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 112.


Betreut von:

Iben Christine

Begutachtet von:
Bauer Friedrich

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 06.10.10


Abstract:
Vorliegende Studie wurde am Institut für Tierernährung und am Lehr- und Forschungsgut der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführt. Ziel dieser Studie war, den Effekt von unterschiedlich behandelten Rapssamen auf die Abbaubarkeit im künstlichen Pansen zu testen. Weiters war der Einfluss der unterschiedlich behandelten Rapssamen auf die Mast- und Schlachtleistung von Lämmern und insbesondere auf das Fettsäurenmuster im Fleisch und Fett der Lämmer Gegenstand vorliegender Studie. Im ersten Versuch wurde mit Hilfe eines künstlichen Pansens (Rumen Simulation Technique; RUSITEC) die Abbaubarkeit der Nährstoffe, die Hydrierung der ungesättigten Fettsäuren sowie Parameter des Pansensaftes (pH-Wert, kurzkettige Fettsäuren, Gasbildung) gemessen. Die getesteten Rationen unterschieden sich in der Behandlung der Rapssamen, es wurden unbehandelte Rapssamen (WCS), hitzebehandelte Rapssamen (HWCS; 15 min, 127 °C), geschrotete (CCS) und geschrotete und hitzebehandelte Rapssamen (HCCS) verwendet. Die Rohnährstoffgehalte der Rapssamen zeigten geringfügige Änderungen durch die Behandlungen, das Fettsäurenmuster blieb unverändert. Die Abbaubarkeit der meisten Nährstoffe wurde durch das Schroten signifikant verbessert, aber auch die Hydrierung der langkettigen Fettsäuren im künstlichen Pansen war signifikant erhöht. Der pH-Wert des Pansensaftes dagegen war niedriger, der Ammoniakgehalt war höher als bei Verwendung der ganzen Samen, ebenso wie der Gehalt an flüchtigen Fettsäuren gesamt, an Azetat, an Propionat, n-Butyrat und iso-Valeriansäure. Die Gasproduktion, das Redox-Potenzial, iso-Butyrat und n-Valeriansäure waren bei Verwendung der geschroteten Samen niedriger. Durch die Hitzebehandlung wurden die ganzen Rapssamen hinsichtlich Abbaubarkeit der Nährstoffe eher beeinflusst als der geschrotete Samen. So war die Abbaubarkeit fast aller Nährstoffe im Vergleich mit den nicht hitzebehandelten ganzen Samen erhöht. Die Hydrierung der langkettigen Fettsäuren wurde bei den ganzen Samen durch die Hitzebehandlung signifikant erhöht, ebenso die Ammoniakkonzentration und die Konzentration an flüchtigen Fettsäuren gesamt sowie Azetat und Propionat. Der pH-Wert und das Redox-Potenzial wurden durch die Hitzebehandlung der geschroteten Rapssamen signifikant beeinflusst, bei den ganzen Samen wurden diese Parameter durch die Hitzebehandlung dagegen nicht beeinflusst. Die Gasproduktion war bei Gabe der hitzebehandelten ganzen Rapssamen niedriger als bei den unbehandelten. Die Ergebnisse der Untersuchungen zur Abbaubarkeit der Nährstoffe sowie die Ergebnisse der Mastleistung lassen einen positiven Effekt der Hitzebehandlung des ungeschroteten Rapses hinsichtlich einer Reduktion der Abbaubarkeit der Nährstoffe im Pansen vermuten. Durch die Hitzebehandlung wurde die Fermentation im Pansen positiv beeinflusst, die Hydrierung der Fettsäuren vermindert und der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Fleisch und Fett erhöht. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse kann empfohlen werden, hitzebehandelte ganze Rapssamen im Ausmaß von 10 % im Kraftfutter für Mastlämmer zu verwenden. Dadurch kann die Abbaubarkeit der Nährstoffe sowie die Mastleistung ohne Nebeneffekte gesteigert werden.

Schlagworte:
Rapssamen / Mastlamm / Hitzebehandlung / Zerkleinerung / Fleisch / Fett / Pansen / Hydrierung der langkettigen Fettsäuren


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