Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2011

AutorInnen: Wagner, Linda

Titel: Kritische Betrachtung der zunehmenden Substitution von Phytopharmaka durch Ergänzungsmittel bei Mensch und Tier unter besonderer Berücksichtigung der Pflanzen Baldrian, Johanniskraut und Sonnenhut.

Titelvariante: Critical view of the increasing substiution of herbal supplements by humans and animals with special references to plant Valerian, Echinacea and St. John's wort

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 140.


Betreut von:

Franz Chlodwig
Hahn-Ramssl Isabella

Begutachtet von:
Iben Christine

Einrichtung:
Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe


Abschluss Datum: 29.07.11


Abstract:
Im Rahmen dieser Arbeit erfolgte eine kritische Betrachtung der Ergänzungsmittel mit der pflanzlichen Droge BALDRIAN, SONNENHUT und JOHANNISKRAUT als Wirkstoff. Diese wurden betreffend Kennzeichnungen, Preis-Leistungs-Verhältnis, Dosierung und Wirkstoffkonzentration analysiert und im Anschluss daran mit den Arzneimitteln derselben Wirkstoffdroge verglichen. Zusätzlich wurden die Präparate der Pflanze BALDRIAN einer Dünnschichtchromatographie unterzogen. Bei den Ergänzungsmitteln für Mensch und Tier konnte die Mehrheit der analysierten Produkte bezüglich ihrer Kennzeichnung mit gut bewertet werden. Auch die Human Arzneimittel wurden größtenteils mit gut bewertet, eine Ausnahme stellten jedoch Präparate der Pflanze JOHANNISKRAUT dar. Bei den Vet-Arzneimitteln konnten hingegen alle Produkte durchgehend mit gut bewertet werden. Die Überprüfung des Preis-Leistungs-Verhältnisses ergab, dass bei Einnahme derselben Tagesdosis eines pflanzlichen Wirkstoffs große Preisdifferenzen, sogar innerhalb eines Herstellers, auftraten. Die Nahrungsergänzungsmittel waren konzentrationsbereinigt teurer als die Human-Arzneimittel, obwohl sie geringeren Anforderungen unterliegen. Die Kosten pro Tag gemäß Einnahmeempfehlung waren jedoch bei den Human-Arzneimitteln dosisbedingt teurer als bei den Nahrungsergänzungsmitteln. Der Vergleich von Futterergänzungsmitteln und Vet­Arzneimitteln ergab genau das gegenteilige Ergebnis. Nahrungsergänzungsmittel unterschieden sich deutlich in der Tagesdosis von Human-Arzneimitteln und wiesen somit eine geringere Dosierung auf, sodass sie keine pharmakologische Wirkung entfalten können und ohne arzneimittelrechtliche Kontrolle auf den Markt gebracht werden dürfen. Die Dünnschichtchromatographie der pflanzlichen Droge BALDRIAN ergab, dass die Wirksubstanzen in allen untersuchten Human-Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen, jedoch nur in einem von vier Futterergänzungsmitteln. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Verbraucher beim Kauf von sowohl Nahrungsergänzungsmitteln als auch Arzneimitteln einen Preisvergleich anstellen sollte. Hierbei muss er die genaue Wirkstoffkonzentration überprüfen, um nicht durch ein vermeintlich günstigeres Nahrungsergänzungsmittel geblendet zu werden. Zudem ist zu bedenken, dass Ergänzungsmittel keine pharmakologische Wirkung entfalten und daher keine Substitute für Arzneimittel darstellen können und dürfen.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads