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Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2010

AutorInnen: Fahrngruber, Gundula

Titel: Biophysical characterization of lesions of acute and subchronic allergic contact dermatitis in domestic pigs.

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 53.


Betreut von:

Ritzmann Mathias

Begutachtet von:
Meingassner, J. G.
Franz Sonja

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abstract:
Allergische Kontaktdermatitis (ACD) am Hausschwein ist ein häufig verwendetes Modell, um die anti‐inflammatorische Wirkung von topisch angewendeten Testsubstanzen zu evaluieren. Bislang wurden pharmakologische Effekte allein mittels subjektiver klinischer Untersuchung evaluiert. Die vorliegende Studie hat das Ziel, erstmals eine biophysikalische Evaluierung von Läsionen akuter und subchronischer ACD durchzuführen, um Entzündungsparameter objektiv, verlässlich und nicht‐ invasiv messen zu können. Sechs entwöhnte Hausschweinferkel (Landrasse x Deutsches Edelschwein) wurden an Tag 1 epicutan mit 10% 2,4‐dinitrofluorobenzene (DNFB) sensibilisiert. An Tag 12 wurde die akute ACD an 6 weit von der Sensibilisierung entfernten Teststellen am dorsolateralen Rücken mit 1,0% DNFB ausgelöst. Ebenso wurden an 6 Ferkeln fünf Challenges durchgeführt, an den Tagen 12, 14, 16, 18 und 20 mit 0,2% DNFB zur Induktion der subchronischen ACD. Die Auswertungen wurden vor dem Challenge (Nullwertmessung) und 6, 24 und 48 Stunden nach dem ersten Challenge (akute ACD) und nach dem letzten Challenge (subchronische ACD) durchgeführt. Zusätzlich zu semiquantitativen klinischen Auswertungen (klinischer Score) wurden die folgenden Parameter erhoben: Hautrötung mittels Reflektometer (Chroma Meter CR‐400/410), dermale Mikroperfusion (Periflux System 5000), transepidermaler Wasserverlust (Tewameter TM 210), Hautfeuchtigkeit (Corneometer CM 820), Haut pH Wert (Skin pH Meter PH 900), Sebumproduktion (Sebumeter SM 810) und Hautdicke mittels Ultraschall (DUB 20). In der akuten ACD entwickelten sich die frühesten Entzündungszeichen 6 Stunden nach dem Challenge, mit dem Höhepunkt nach 24 Stunden und danach einem Abfall der Entzündungsparameter. Reflektometrie zeigte einen leichten Anstieg der Rötung nach 6 Stunden. Mikroperfusion war bereits nach 6 Stunden moderat und signifikant erhöht, mit dem Höhepunkt nach 24 Stunden. Transepidermaler Wasserverlust zeigte keine signifikant erhöhten Werte. Corneometrie wies maximale Veränderungen nach 6 Stunden auf. Haut pH Wert war ein sehr sensitiver Parameter. Signifikant verminderte Werte wurden nach 6 und 24 Stunden gemessen, nach 48 Stunden waren bereits wieder Normalwerte messbar. Die Messung der Hautdicke zeigte dasselbe kinetische Profil wie die klinische Auswertung. Sebumetrie erwies sich als unbrauchbar, da die Werte immer unter der Nachweisgrenze des Gerätes lagen. Im Gegensatz zur akuten ACD waren die klinischen Läsionen der subchronischen ACD am Deutlichsten bereits 6 Stunden nach dem letzten Challenge. Diese klinische Beobachtung wurde mit den sieben verschiedenen Messmethoden bekräftigt. Sebumetrie lieferte möglicherweise falsch positive Werte aufgrund von Rückständen des als Vehikel für DNFB verwendeten Olivenöls. Zusammenfassend stimmten die Werte aller biophysikalischen Messmethoden, ausgenommen der Sebumetrie, mit den Resultaten des klinischen Scores überein. Als am meisten geeignete Messmethoden zeichneten sich Reflektometrie, Corneometrie, transepidermaler Wasserverlust, Haut pH Wert und Hautdickenmessung mittels Ultraschall ab. Diese biophysikalischen Messtechniken liefern verlässliche und reproduzierbare Ergebnisse, die nicht den interindividuellen Schwankungen des subjektiven Scores unterworfen sind. Aus diesem Grund sind diese Messmethoden sehr gut geeignet, um entzündliche Hautveränderungen zu quantifizieren und die entzündungshemmenden Aktivitäten von Testsubstanzen zu beurteilen.


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