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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2016

AutorInnen: Thamerl, Svenja Lisa-Marie

Titel: Untersuchung von Faktoren für die Entwicklung des Postpartalen Dysgalaktiesyndroms auf einem Sauen haltenden Betrieb.

Titelvariante: Examination of the factors concerning the development of postpartal dysgalactiae Syndrome in a sow facility

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 42.


Betreut von:

Hennig-Pauka Isabel

Begutachtet von:
Baumgartner Johannes

Einrichtung:
Universitätsklinik für Schweine


Abstract:
In dieser Studie konnte anhand eines Fallbeispiels gezeigt werden, dass das Postpartale Dysgalaktie Syndrom unterschiedliche Symptome umfasst und multifaktoriell bedingt ist. 35,1 % der Sauen zeigten am Tag der Geburt Fieber, das in dieser Studie mit >39,5 °C defi-niert wurde. Bei 78,9 % aller Sauen konnte in den ersten drei Tagen nach der Geburt Aus-fluss beobachtet werden. 43,9 % der Sauen entwickelten in den ersten drei Tagen nach der Geburt eine Mastitis. Insgesamt zeigten viele Sauen eine Reduktion der Rückenspeckdicke von mehr als 4 mm im Zeitraum von der Einstallung in die Abferkelbucht bis zum Absetzen der Ferkel. Eine optima-le Energie- und Proteinversorgung prae- und postpartal ist daher fraglich. Gleichzeitig fraßen viele Sauen ihren Trog nicht leer, welches unterschiedliche Ursachen haben konnte. Unge-nügende Futteraufnahme, ihrerseits begünstigt durch eine unzureichende Wasseraufnahme, kann ebenso der Grund für eine unzureichende Energieversorgung sein und dadurch die Einschmelzung des Rückenspecks begünstigen. Eine unzureichende Wasseraufnahme der Tiere stellte einen Hauptfaktor für die Entwicklung des PDS auf diesem Betrieb dar. Die Häufigkeiten von Beobachtungen und Behandlungen wurden in dieser Studie miteinan-der in Beziehung gesetzt. Diese eindimensionale Auswertung erbrachte aber für die hoch-komplexe Bestandsproblematik nicht die erwarteten eindeutigen Hinweise auf Haupteinfluss-faktoren für das Krankheitsgeschehen. Ergänzend wurden intensive Tierbeobachtungen durchgeführt. Am ersten Tag nach der Geburt waren unter den Tieren, die unter der Geburt mit Oxytocin behandelt worden waren, anteilsmäßig signifikant weniger Tiere mit Fieber. Fieber konnte bei den Tieren häufiger nachgewiesen werden, die am zweiten Tag nach der Geburt Restfutter im Trog hatten. Eine einfache Häufigkeitsauswertung von Krankheits- und Produktionsmerkmalen auf einem Betrieb kann Hinweise darauf geben, welche Faktoren für ein Krankheitsbild eine große Be-deutung haben. Auf dem untersuchten Betrieb ließen sich als Hauptfaktoren eine verlet-zungsträchtige Bodenbeschaffenheit und eine ungenügende Wasser- und Futteraufnahme herausarbeiten.


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