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Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2008

AutorInnen: Kraft, A

Titel: Die Inzidenz von Magenläsionen einer Population chirurgisch versorgter Kolikpatienten in Niederösterreich.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 75.


Betreut von:

Van Den Hoven Rene


Abstract:
Die Daten von 110 kolikoperierten Pferden wurden retrospektiv im Hinblick auf die Zusammenhänge von Erkrankungsursachen, Kolikgrad, Kolikdauer und postoperativen Gastroskopiebefunden überprüft. Alter, Rasse, Geschlecht und Verwendungszweck wurden als Covariable erhoben. 87 Patienten ( 79%) hatten ein positiven Gastroskopiebefund. Die Inzidenz positiver Gastroskopiebefunde steigt statistisch signifikant mit zunehmender Kolikdauer. Die in der Grundgesamtheit vertretenen Hengste zeigten zu 100 % ein positives Gastroskopieergebnis. Dünndarmerkrankungen ( 42 %) und Dickdarmerkrankungen (58%) waren etwa gleich stark vertreten. Weder bei den akut noch bei den protrahiert verlaufenden Dünndarmkolikpatienten konnte ein signifikanter Zusammenhang mit der Präsenz von Magenschleimhautläsionen im Rahmen von EGUS gefunden werden. Auch bei den Dickdarmerkrankungen konnte keine Signifikanz festgestellt werden, aber 80 % der akut verlaufenden Dickdarmerkrankungen ( Torsio coli totalis) zeigten einen milden ( Grad 1-2 nach Murray) Gastroskopiebefund. Die Dislocatio coli ad dextram war mit 20 Fällen die am stärksten vertretene Erkrankungsform in der Gruppe der protrahiert verlaufenden Dickdarmkoliken. Der fast signifikante P-Wert weist aber auf einen Trend zum Auftreten von Magenschleimhautläsionen im Zusammenhang mit protrahierten Dickdarmkoliken hin. Es kann festgestellt werden, dass die Vollnarkose und die präoperative konservative Kolikbehandlung beim Pferd nicht zwingend zu krankhaften Veränderungen der Magenschleimhaut führen muss. Um die eingangs formulierte Forschungsfrage nach einer präventiven Verabreichung eines Magenschutzes bei Kolikpatienten ohne vorhergehende gastroskopische Untersuchung zu beantworten, so muss diese verneint werden, da sämtliche statistische Analysen dahingehend ohne signifikante Ergebnisse blieben. Eine Gastroskopie ist ohne etwaige Risiken postoperativ durchzuführen, um die Indikation für die Verabreichung von weiteren Magenschutzpräparaten abzuklären. Insofern wäre die Aufnahme der postoperativen Gastroskopie in den medizinischen Standard überlegenswert.

Schlagworte:
Pferd / Kolik / Kolikoperation / EGUS / Magenschutzpräparate


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