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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2015

AutorInnen: Haas, Eva

Titel: The role of intraepithelial T cells in the pathogenesis of canine chronic enteropathies - A phenotypic characterization of intestinal intraepithelial lymphocytes of gastrointestinal healthy and chronic enteropathy dogs.

Titelvariante: Phänotypische und funktionelle Charakterisierung intestinaler, intraepithelialer Lymphozyten von gesunden und chronischen Enterophathie-Hunden

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 39.


Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Haas Eva

Betreut von:
Luckschander-Zeller Nicole

Begutachtet von:
Weissenböck Herbert

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Interne Medizin Kleintiere


Abstract:
Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung (engl. inflammatory bowel disease (IBD)) des Hundes ist eine immunmediierte Erkrankung des Dünn- und Dickdarms. Das Immunsystem des Darms befindet sich in einem fragilen Gleichgewicht regulierter Entzündungsreaktionen. Eine Dysfunktion dieses Systems kann zu chronischen Entzündungsprozessen und irreversiblen Schäden führen. Obwohl immer mehr Hunde an IBD leiden, ist wenig über die zugrunde liegenden pathophysiologischen Prozesse dieser Erkrankung bekannt. Im gesunden Immunsystem des Darmepithels agieren intraepitheliale Lymphozyten (IEL) als erster Abwehrmechanismus gegen eindringende Pathogene. Pro-inflammatorische Eigenschaften dieser Immunzellen wurden bei humanen IBD-Patienten sowie im Tiermodell nachgewiesen. In dieser Studie soll mittels Durchflusszytometrie die phänotypische Verteilung der caninen IEL-Subpopulationen dargestellt werden, sowie deren Rolle in der Pathogenese chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen näher untersucht werden. Ein weiteres Studienziel ist die Etablierung einer objektiven Untersuchungsmethode intestinaler Biopsien. Die Studienpopulation setzte sich aus 10 gastrointestinal gesunden Hunden und 10 IBD Patienten zusammen. Bei jedem Einzeltier wurde der klinische Schweregrad ermittelt und alle Biopsien wurden histopathologisch untersucht. Von allen Studientieren wurden von endoskopischen Dünndarmbiopsien IEL isoliert und mittels Dreifarben-Duchflusszytometrie analysiert. Zur Charakterisierung der Lymphozytenpopulationen wurden sowohl anti-canine als auch kreuzreaktive anti-humane Oberflächenmarker verwendet (gegen: CD3-12, TCR-ab, TCR-yd, CD4, CD8a und CD8b). In einem ersten Schritt konnten endoskopische Proben als geeignetes Untersuchungsmaterial für durchflusszytometrische Messungen etabliert werden. IBD Hunde hatten signifikant höhere klinische und pathohistologische Indizes im Vergleich zu der gastrointestinal-gesunden Studiengruppe. Die Anzahl TCR-gd+ T-Zellen war bei den IBD-Hunden signifikant höher im Vergleich zu den gesunden Tieren. Diese Überpräsenz wurde auch bei erkrankten Mensch und Mäusen beschrieben. Einen Zusammenhang zwischen Beginn sowie Schweregrad der Erkrankung und IEL-Subpopulationen, wie in der Humanmedizin und in Tiermodellen gezeigt, konnte in dieser Studie nicht nachgewiesen werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass durchflusszytometrische Analysen endoskopischer Biopsien eine geeignete diagnostische Untersuchungsmethode für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen des Hundes sind. Die Unterschiede in den IEL-Subpopulationen und deren pathophysiologische Rolle muss in weiteren Studien näher untersucht werden.

Schlagworte:
Hunde / intestinales Immunsystem / IBD / Durchflusszytometrie / IEL


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Haas, E; Rütgen, BC; Gerner, W; Richter, B; Tichy, A; Galler, A; Bilek, A; Thalhammer, JG; Saalmüller, A; Luckschander-Zeller, N (2014): Phenotypic characterization of canine intestinal intraepithelial lymphocytes in dogs with inflammatory bowel disease. J Vet Intern Med. 2014; 28(6):1708-1715
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