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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2006

AutorInnen: Aksoy, K

Titel: Untersuchungen an den Jugularvenen von 395 Pferden nach Versorgung mit zwei unterschiedlichen Venenverweilkatheter-Systemen.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 47.


Betreut von:

Patan-Zugaj Bianca
Stanek Christian


Abstract:
Ziel dieser Studie war es, die Gesamtzahl der Jugularvenenveränderungen aller mit Venenverweilkathetern versorgten, stationären Pferdepatienten am Pferdezentrum der VU Wien über einen Zeitraum von 11 Monaten zu quantifizieren. Mögliche Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit des Auftretens von Venenerkrankungen und verschiedenen Grunderkrankungen sowie anderen möglichen Risikofaktoren wurden analysiert. Insgesamt wurden 447 Venenverweilkatheter aus Polytetrafluoroethylene (PTFE, n = 272) und Polyurethan (PU, n = 175) in die Jugularvenen von 395 Pferden eingebracht. Die betroffenen Venen wurden klinisch und sonographisch untersucht. Nach Abschluss der Behandlungen wurden die Venenverweilkatheter steril entfernt und einer bakteriologischen Untersuchung unterzogen. Bei 271 Venen (60.9 %) konnten bei der klinischen Untersuchung geringgradige pathologische Veränderungen (Schwellungen und Hämatomen) festgestellt werden. Sonographisch wurden relevante Venenerkrankungen (Periphlebitis, Phlebitis, Thrombophlebitis) an 24 Jugularvenen (5.4 %) diagnostiziert. Thromben waren in 19 Fällen, vor allem an der Kathetereintrittsstelle und an der Katheterspitze, sonographisch darstellbar. Obwohl PTFE-Katheter deutlich kürzer in den Venen belassen wurden (li.: 1.1 Tage, re.: 1.4 Tage) als PU-Katheter (li. und re: 8.3 Tage), erkrankten die mit PTFE-Kathetern versorgten Venen (7 %) deutlich häufiger als die mit PU-Kathetern versorgten (2.9 %). Es wurde ein signifikant erhöhtes Risiko für Venenerkrankungen bei der Verwendung von PTFE Kathetern festgestellt (p = 0.043). Zusätzlich stieg das Risiko einer Venenerkrankung bei Pferden mit PTFE-Kathetern signifikant an, wenn die Katheter länger als einen Tag in der Vene verblieben (p < 0.001). Rechte Jugularvenen mit PTFE-Kathetern erkrankten signifikant häufiger (7.5 %), als linke Jugularvenen (2.9 %, p = 0.031). Verglichen mit chirurgischen Routineeingriffen traten Venenerkrankungen bei Kolikpferden häufiger auf, der Unterschied war jedoch nicht signifikant. Alter und Geschlecht der Pferde hatten keinen Einfluss auf das Auftreten von katheterinduzierten Venenerkrankungen. Islandpferde erkrankten signifikant häufiger, als andere Rassen. Zunehmende Berufserfahrung der behandelnden Tierärzte senkte das Risiko für Venenerkrankungen, der Unterschied zu jüngeren Kollegen war jedoch nicht signifikant. Bakteriologische Untersuchungen wurden an 344 Katheterspitzen durchgeführt, welche in 82 Fällen (23.8 %) positive Resultate erbrachten. In höherer Anzahl wurden [alpha]-hämolysierende Streptokokken/Enterokokken (11 %), Koagulase-neg. Staphylokokken (35 %) und Bacillus spp. (23. 1%) gefunden.

Schlagworte:
Pferd / Vena jugularis / Venenverweilkatheter / Thrombophlebitis / Ultraschall / bakteriologische Untersuchung


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