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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2005

AutorInnen: Strele, C

Titel: Besprechung der Phocine Distemper Virus Epidemie 2002.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 86.


Betreut von:

Rubel Franz


Zugehörige(s) Projekt(e): MATHEPI - Entwicklung und Anwendung mathematischer Modelle in der Veterinär-Epidemiologie


Abstract:
In der vorliegenden Dissertation wird die Dynamik des Ausbruches der Seehundstaupe in Nordeuropa 2002, verursacht durch das Phocine Distemper Virus (PDV), untersucht. Dazu wurden die Totfundzahlen der Seehunde (Phoca vitulina) und Kegelrobben (Halichoerus grypus) aus England, Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Schweden gesammelt und in Form von Tabellen und Zeitreihen dargestellt. Im Rahmen dieser Arbeit wurde mit Hilfe eines klassischen Epidemiemodells, das Populationen in Empfängliche (Susceptible), Infizierte (Infected) und Geheilte (Recovered) einteilt, die PDV-Dynamik berechnet. Dazu erwiesen sich die Daten der Strandabschnitte Schleswig-Holsteins am besten geeignet. Die epidemiologischen Parameter des SIR-Modells sind die Genesungsrate, die Infektionsrate sowie die Sterbewahrscheinlichkeit. Durch Anpassung einzelner Modellparameter an die Beobachtungen wurde die Basisreproduktionszahl R0 (mittlere Zahl an neu infizierten Tieren zufolge eines einzigen infizierten Tieres) des PDV-Virus bestimmt. R0 bewegt sich zwischen 2,42 für Büsum und 5,10 für Amrum. Bei den Modellberechnungen ergeben sich die geringsten RMS-Fehler für Helgoland mit 0,88% und Amrum mit einem RMS-Fehler von 1,05%. Weiters wird gezeigt, dass die Basisreproduktionszahl abhängig von der Populationsdichte ist, wobei ein Korrelationskoeffizient von r= 0,78 bestimmt wurde. Abschließend werden mögliche Ursachen für Staupeausbrüche sowie die Langzeitdynamik der PDV-Epidemien diskutiert.

Schlagworte:
Seehund, Morbillivirus, Epidemiologie, Epidemiemodell, SIR-Modell, Staupe


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