Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Open Access Logo

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2009

AutorInnen: Preyler-Theiner, Bianca

Titel: Seroprävalenzstudie von Pestivirusinfektionen bei Ziegen in Vorarlberg (Österreich).

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 75.


Betreut von:

Baumgartner Walter
Krametter-Frötscher Reinhild

Einrichtung:
Universitätsklinik für Wiederkäuer


Abstract:
In dieser Studie wurden zwischen November 2005 und Februar 2006 im gesamten Bundesland Vorarlberg Blutproben von 1196 Ziegen aus 163 Herden gezogen und die Seren mittels indirektem Enzyme linked immunosorbent assay (ELISA) auf Antikörper gegen Pestiviren untersucht. Die im ELISA als positiv getesteten Ziegenseren wurden anschließend mittels Serumneutralisationstests (SNT) auf Antikörper gegen Border Disease Virus (Stamm MOREDUN), Bovines Virusdiarrhö Virus-1 (Stamm NADL) und Bovines Virusdiarrhö Virus-2 (Stamm 125) getestet. Die Seroprävalenz betrug auf Einzeltierbasis 5,6 % und auf Herdenbasis 24,5 %. Von den 67 im ELISA positiv bewerteten Proben wurde im SNT bei 34 Proben der höchste Titer gegen den BDV Stamm und bei 24 gegen den BVDV-1 Stamm festgestellt. Bei 7 Proben wurde ein gleich hoher Titer gegen die Spezies BVDV-1 und BDV eruiert und bei 2 Proben gegen BVDV-1 und BVDV-2. Diese Ergebnisse wurden bezüglich der Einflussfaktoren Region, Alter, Fertilitätsstörungen im Bestand, gemeinsame Haltung mit BVD-verdächtigen Rindern und Alpung untersucht. Der höchste Anteil an seropositiven Einzeltieren wurde mit 7,8 % im Bezirk Dornbirn eruiert. Im Bezirk Bregenz wurden mit 27,4 % die meisten seropositiven Herden detektiert. Der Prozentsatz der positiven Tiere war in der Altersklasse der über dreijährigen Ziegen mit 8,7 % statisch signifikant höher (p < 0,001) als der Prozentsatz in den darunterliegenden Altersgruppe. Der Prozentsatz von seropositiven Ziegen mit möglichem Kontakt zu BVD verdächtigen Rindern war auf Einzeltierbasis mit 17,2 % statistisch signifikant höher (p=0,001) als bei Ziegen ohne diese Kontaktmöglichkeit (4,2 %). Auf Herdenbasis lag der Prozentsatz der seropositiven Ziegenherden mit möglichem Kontakt zu BVD verdächtigen Rindern bei 50 % und war damit statistisch signifikant höher (p=0,003) als bei jenen Ziegenherden ohne Kontakt (20,6 %). In dieser Studie wurden im Bundesland Vorarlberg bei serologischen Untersuchungen Pestivirus Antikörper positive Ziegen eruiert und statistische Signifikanzen bei Alter und bei Aufstallung in BVD verdächtigen Rinderbetrieben aufgezeigt. In Anbetracht dieser Ergebnisse, sind weitere Untersuchungen notwendig um abschätzen zu können, ob in Österreich in absehbarer Zeit, wenn die Rinderherden nicht mehr durch Antikörper gegen Pestivirusinfektionen geschützt sind, persistent infizierte Ziegen für das Antikörper negative Rind eine Infektionsrolle spielen könnten.

Schlagworte:
Pestivirus / Seroprävalenz / Ziege / ELISA / SNT


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads