Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Open Access Logo

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2009

AutorInnen: Theiner, Alfred

Titel: Seroepidemiologische Untersuchungen zum Vorkommen von Pestivirus Antikörpern bei Schafen in Vorarlberg (Österreich).

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 140.


Betreut von:

Baumgartner Walter
Krametter-Frötscher Reinhild

Einrichtung:
Universitätsklinik für Wiederkäuer


Abstract:
Im Rahmen dieser Studie wurden im Zeitraum zwischen November 2005 und Februar 2006 im Bundesland Vorarlberg Blutproben von 3112 Schafen aus 185 Betrieben entnommen. Die Untersuchung der Proben auf Pestivirus-spezifische Antikörper mittels eines indirekten Enzyme linked Immunosorbent Assays (ELISA) ergab auf Einzeltierbasis eine Seroprävalenz von 22,1 % und auf Herdenbasis von 63,8 %. Ein signifikanter Zusammenhang zur Alpung konnte sowohl auf Einzeltierbasis (29,6 % Seroreagenten bei den gealpten Tieren gegenüber 11,9 % bei den nicht gealpten) als auch auf Herdenbasis (77,8 % bei gealpten Tieren gegenüber 47,7 % bei nicht gealpten Tieren) ermittelt werden. Unter den gealpten Tieren war zusätzlich ein signifikanter Unterschied je nach Größe der Alpe nachzuweisen. Bei Tieren auf Großalpen (mit über 400 Schafen) war die Seroprävalenz mit 55,8 % signifikant höher als bei Tieren auf Kleinalpen mit 12,6 %. Auch die Prävalenz auf Herdenbasis war auf Großalpen mit 97,6 % gegenüber 63,2 % auf Kleinalpen signifikant höher (p=0,001). Eine signifikant höhere Seroprävalenz auf Herdenbasis konnte weiters bei Schafen, die Kontakt zu Rindern hatten, nachgewiesen werden (71,4 % gegenüber 40,0 % bei Schafen, die keinen Kontakt zu Rindern hatten). Bezüglich des Alters der Tiere zeigte sich eine signifikant höhere Prävalenz bei über 3 Jahre alten Schafen (27,0 % Seroreagenten). Bei Zuchtschafen konnte ein statistisch signifikant (p=0,001) niedrigerer Prozentsatz an positiven Einzeltieren mit 13,3 % festgestellt werden. Im Vergleich dazu wurde bei Schafen, die keiner Zuchtkontrolle unterlagen, eine Prävalenz auf Einzeltierbasis von 28,1 % festgestellt. Die vorliegende Studie weist auf eine weite Verbreitung von Pestivirusinfektionen in der Vorarlberger Schafpopulation hin und zeigt statistisch signifikante Zusammenhänge mit unterschiedlichen Haltungsformen sowie züchterischen Maßnahmen auf. In Anbetracht einer möglichen Übertragung von Pestiviren zwischen Schafen und Rindern bedürfen die erhaltenen Ergebnisse einer kritischen Einschätzung als mögliches Risiko für den Erfolg der BVD-Bekämpfung in Österreich.

Schlagworte:
Pestivirus / Schaf / Antikörper-ELISA


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads