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Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2009

AutorInnen: Rötzel, Jan

Titel: Auswirkungen einer Border Disease Virus Infektion auf das frühträchtige Rind.

Titelvariante: The impact of a Border disease infection in the early gestation of cattle

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 97.


Betreut von:

Baumgartner Walter
Krametter-Frötscher Reinhild

Begutachtet von:
Franz Sonja

Einrichtung:
Universitätsklinik für Wiederkäuer, Klinische Abteilung für Wiederkäuermedizin


Abschluss Datum: 19.01.10


Abstract:
In Rinderpopulationen verursacht das Bovine Virus Diarrhö Virus (BVDV) weltweit große wirtschaftliche Schäden. In Österreich ist die BVDV seit 2004 eine anzeigepflichtige Tierseuche. Seitdem wird die BVDV mit umfangreichen Eradikationsmaßnahmen bekämpft. Das BVDV gehört gemeinsam mit dem Border Disease Virus (BDV) und dem klassischen Schweinepest Virus zum Genus Pestivirus. Sowohl das BVDV als auch das BDV weisen eine nur mäßige Speziesspezifität auf. Die Übertragung von BDV von Schafen auf Kälber wurde kürzlich beschrieben. Um die epidemiologische Bedeutung solcher Interspeziesübertragungen für die österreichische BVD- Bekämpfung besser abschätzen zu können, wurde folgender Versuch durchgeführt: Es wurden 8 pestivirusnegative trächtige Kalbinnen gemeinsam mit BDV persistent infizierten Schafen in einem Laufstall aufgestallt. Um ein Infektionsgeschehen erfassen zu können, wurden die Kalbinnen im dreitägigen Rhythmus klinisch untersucht, ihnen Blut-, Augen- und Nasentupferproben entnommen. Die Blutproben wurden fortlaufend hämatologisch untersucht und mittels Ak-ELISA auf das Vorhandensein von pestivirusspezifischen Antikörpern getestet. Darüber hinaus wurden die Blutproben sowie die Augen- und Nasentupferproben mittels reverser transkriptase Polymerase Kettenreaktion auf das Vorkommen pestivirusspezifischer Nukleinsäuren untersucht. Die erfolgreiche BDV Infektion aller Kalbinnen zeigte sich in deren Serokonversion. Außerdem wurden vier Aborte festgesellt, wobei im abortierten Material pestivirusspezifische RNA nachgewiesen wurde. Eine Virämie oder Virusausscheidung mit dem Augen- oder Nasensekret konnte nicht nachgewiesen werden. Die Ergebnisse dieser Dissertation belegen, dass die gemeinsame Alpung oder Haltung von Rindern und Schafen, wie sie in Österreich anzutreffen ist, bisher nicht berücksichtigte Risiken für die erfolgreiche BVD Eradikation birgt.

Schlagworte:
BVD / Border disease / Rind / Schaf / BVD Eradikation / Pestivirus


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