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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2010

AutorInnen: Aydinonat, Denise; Schinnerl, Martin

Titel: Hematology of neotropical bats.

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 30.


Betreut von:

Schwarzenberger Franz

Begutachtet von:
Walzer Christian

Einrichtung:
Institut für Medizinische Biochemie


Abschluss Datum: 12.04.10


Abstract:
Obwohl Fledermäuse eine der größten Gruppe in der Klasse der Säugetiere darstellen, ist wenig über deren Hämatologie bekannt. In dieser Studie wurden Hämatokrit, Gesamtleukozytenzahl und Differentialblutbilder von frei-lebenden, neotropischen Fledermäusen ermittelt. Insgesamt wurden 255 Blutproben von 26 Fledermausarten aus den Familien der Emballonuridae (3 Arten / 33 Individuen), Molossidae (2 / 26), Mormoopidae (1 / 1), Phyllostomidae (18 / 180) und Vespertilionidae (2 / 15) in einem karibischen Tieflandregenwald in Costa Rica gesammelt. Der Hämatokrit wurde nach Zentrifugieren von Mikrohämatokritkapillaren gemessen; die Gesamtleukozytenzahl wurde mit Hilfe des Unopetten Systems und einer Zählkammer ermittelt; Differentialblutbilder wurden manuell mit Eosin-Methylenblau gefärbten Blutausstrichen erstellt. Der Hämatokrit lag zwischen 51.8 ± 0.7 % bei Phyllostomus discolor (N = 27) und 65.8 ± 2.2 % bei Molossus sinaloae (N = 6). Im Allgemeinen hatten Fledermausarten innerhalb einer Familie ähnliche Gesamtleukozytenzahlen, wobei insektivore Arten der Familien Emballonuridae, Molossidae und Vespertilionidae im Vergleich zu den hauptsächlich phytophagen Arten der Familie Phyllostomidae niedrigere Gesamtleukozytenzahlen aufwiesen. Die einzige Ausnahme war Ectophylla alba; die Gesamtleukozytenzahlen dieser Art lagen bei 836 ± 166 / μl (N = 10) und waren damit um mehr als die Hälfte niedriger als die Gesamtleukozytenzahlen aller anderen Fledermausarten. Die Gesamtleukozytenzahlen aller anderen Arten lag zwischen 1714 ± 297 / μl (Molossus bondae; N = 20) und 7803 ± 2596 / μl (Artibeus jamaicensis; N = 11). Die Blutzellen waren morphologisch den Zellen von anderen Säugetierarten ähnlich. Eine hohe Anzahl von polychromatophilen Erythrozyten und Unterschiede in der Lymphozytenmorphologie waren jedoch auffällig. Neutrophile Granulozyten oder Lymphozyten waren die häufigsten Leukozyten bei neotropischen Fledermäusen. Da die Ergebnisse dieser Studie die bisher bekannte Literatur über die Hämatologie von Fledermausarten wesentlich erweitern, stellen unsere Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur Hämatologie von neotropischen Fledermausarten dar und tragen wesentlich zum Wissen grundlegender physiologischer Parameter bei dieser Klasse der Säugetiere bei.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Schinnerl, M; Aydinonat, D; Schwarzenberger, F; Voigt, CC (2011): Hematological survey of common neotropical bat species from Costa Rica. J Zoo Wildl Med. 2011; 42(3):382-391

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