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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Freidl, Gudrun

Titel: Enterohemorrhagic E.Coli in cattle and chamois (Rupicapra rupicapra) - a survey of a zoonotic pathogen at the wildlife-livestock interface.

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 16.


Betreut von:

Stalder Gabrielle
Walzer Christian

Begutachtet von:
Rosengarten Renate

Einrichtung:
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie


Abstract:
Enterohämorrhagische E. coli zählen zu den meldepflichtigen Zoonoseerregern und können schwere Krankheitssymptome beim Menschen, besonders bei Kleinkindern und älteren Personen, verursachen. War in den 80er Jahren der Großteil der Infektionen beim Menschen noch lebensmittelbedingt, so gewinnen heutzutage Umwelt-assoziierte Infektionen mehr und mehr an Bedeutung. Rinder und andere Haus- und Wildwiederkäuer, die den Erreger asymptomatisch ausscheiden, wurden als Hauptreservoir identifiziert. Da in Österreich bis dato nur wenige Daten und Informationen über die Rolle der tierischen EHEC-Reservoirs vorhanden sind, war das Ziel der von uns durchgeführten Studie, Aufschluss über die eventuelle Anwesenheit von EHEC in heimischen Rindern und Wildtieren zu geben. Im Zuge dessen wurden frische Kotproben von Rindern und freilebenden Gämsen von Juni-August 2009 (5 Probennahmen gesamt) auf einem Almgebiet in den nördlichen Kalkalpen mittels vier spezifischer PCRs untersucht. Es wurde auf drei Virulenzgene (stx1, stx2, eae), sowie auf ein E.coli O157-spezifisches Gen (rfbE) gescreent. Die Ergebnisse zeigten hohe Prävalenzen für alle Virulenzgene in beiden Tierarten. Vertreter der Serogruppe O157, die am häufigsten von schwer erkrankten Menschen isoliert werden, waren in den Rindern nachzuweisen, fehlten jedoch bei den Gämsen. Zu betonen ist allerdings, dass im Rahmen dieser Studie zum ersten Mal überhaupt EHEC in Gämsen gefunden wurden. Es wird angenommen, dass ein Pathogen-Austausch zwischen Haus- und Wildwiederkäuern stattfindet, welcher das Verbreiten neuer Stämme im Bauernhof-Umfeld bzw. der jeweiligen Bergregion nach sich ziehen könnte. Da die nördlichen Kalkalpen auch ein Erholungsgebiet sind, geht von dort weidenden, EHEC- ausscheidenden Haus- und Wildtieren eine mögliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit aus. Methoden zu Reduktion der Erregerausscheidung, welche somit auch den Grad der Umweltkontamination durch EHEC senken würden, bedürfen noch weiterer Forschung. Aufklärung der Bevölkerung über Risikofaktoren und Überwachung der Erreger über standardisierte Monitoring-Programme sowie Referenzlaboratorien sind wichtige Instrumente, um die menschliche Gesundheit zu schützen.

Schlagworte:
EHEC, enterohämorrhagische E. coli, STEC, Rinder, Gämsen, Rupicapra rupicapra, Prävalenz, E. coli O157


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Freidl, G; Stalder, G; Kostić, T; Sessitsch, A; Beiglböck, C; Walzer, C (2011): Verocytotoxin-producing Escherichia coli in chamois (Rupicapra rupicapra) and cattle in Austria. J Wildl Dis. 2011; 47(3):704-708
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