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Publikationstyp: Master Thesis
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Landskron, Lisa

Titel: Understanding the relationship between viral monkey infectious doses and intra-host viral diversity.

Quelle: Master Thesis, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 125.


Betreut von:

Varela Mariana
Klein Dieter

Begutachtet von:
Saalmüller Armin

Einrichtung:
Institut für Virologie


Abschluss Datum: 31.08.10


Abstract:
Um potentielle HIV-1 Impfstoffkandidaten zu testen, werden Rhesusaffen mit dem zu testenden Vakzin immunisiert und anschließend mit einer Dosis Virus inokuliert. Um eine Infektion bereits nach einer einzigen Inokulation zu erreichen, werden meist hohe Virusdosen (10- bis 25-fache der Infektionsdosis 50) verwendet. Für das SIV/Makaken-Model wurde bereits nachgewiesen, dass im Gegensatz zu niedrigen Dosen, eine hohe Virusdosis zu einer Infektion mit mehreren Virusvarianten führt (LIU et al., 2010). Letzteres Ergebnis stellt jene weit verbreiteten Studien in Frage, die enorm hohe Dosen verwenden. In Anbetracht, dass 80% HIV-1 infizierter Patienten mit einer einzigen Virusvariante infiziert wurden (KEELE et al., 2008), stellt sich die Frage in wie weit diese Studien eine natürliche HIV Infektion adäquat wieder spiegeln können. Ziel der vorliegenden Arbeit war es den Zusammenhang zwischen verabreichter Virusdosis und der Anzahl an übertragenen Virusvarianten in Makaken, die mit dem chimären Simianen/Humanen Immundefizienz-Virus (SHIV) infiziert wurden, darzustellen. In dieser retrospektiven Studie wurde das Gen des Oberflächenproteins mit Hilfe der „Single genome amplification“-Methode vervielfacht und anschließend sequenziert. Die dazu verwendeten Proben entstammen einer Titrationsstudie, in der 8 Rhesusaffen (je 2 pro Gruppe) mit absteigenden Virusdosen inokuliert wurden. Mittels phylogenetischer Methoden konnte eine Infektion mit mehreren Virusvarianten für Tiere, die mit einer hohen Virusdosis inokuliert wurden, nachgewiesen werden. Während Tiere, die mit einer geringen Dosis inokuliert wurden, mit einem einzigen Virusgenotyp infiziert wurden. Weiters waren hohe Dosen mit einem schwächeren genetischen „Bottleneck“ und höherer Diversität des Oberflächenprotein-Gens assoziiert. Zusätzlich konnten Codons in der Sequenz des Oberflächenproteins gefunden werden, auf die negative bzw. positive Selektion einwirkte. Obwohl ein rapides Auftreten von neutralisierenden Antikörpern gegenüber der viralen Gründerpopulation detektiert wurde, konnten keine Veränderung des Glykosylierungsmusters festgestellt werden. Die hier präsentierten Resultate tragen zum besseren Verständnis des SHIV-Infektionsmodels bei und demonstrieren wie wichtig die richtige Wahl der Infektionsdosis für dieses Model ist. Weiters wurden Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen einer SHIV-Infektion und einer realen HIV-1 Infektion aufgezeigt.


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