Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: PhD-Arbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2010

AutorInnen: Kuzmany, Anna

Titel: Interaction of early pre-implantation embryos and disturbances in the cultivation environment.

Quelle: PhD-Arbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 100.

Betreut von:

Besenfelder Urban
Walter Ingrid

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abstract:
Einflüsse von Umweltbedingungen, wie Änderungen in der Zusammensetzung von Medien oder verschiedene Methoden der Embryoproduktion, haben große Auswirkungen auf die empfindlichen Stadien der pre-implantativen Embryonen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass die Beurteilung von Embryomerkmalen (Morphologie, Stoffwechsel, Genexpression, Überlebensrate nach Kryokonservierung) als sensibler Indikator für Qualität und Entwicklungskompetenz der Embryonen verwendet werden kann, und somit Aufschluss über die Eignung der verwendeten Kulturbedingung gibt. Das Ziel dieser These war, die Einflüsse verschiedener Kulturbedingungen auf Rinderembryonen bezüglich (i) der Quantität von Zellorganellen (Nuclei, Aktin-Zytoskelett) und (ii) der relativen Menge der mRNA-Expression ausgewählter Gene (BAX, BCL-XL, HSPA1A, SLC2A3, AQP3, OCC, DSC2, DNMT1A) vor und nach der Kryokonservierung der Blastozysten zu analysieren. (i) Ausgewählte Blastozysten wurden mit Fluoreszenzfarbstoffen differenziell gefärbt, und Schnittbilder der Embryonen mit Hilfe eines Lasermikroskops hergestellt. Die Anzahl der Pixel wurden von einem neuen Computer-Programm (ColorAnalyzer) ausgezählt, um die Menge der gefärbten Zellorganellen zu repräsentieren. Rein in vivo (MOET) produzierte Blastozysten zeigten signifikant mehr Kernmaterial im Vergleich zu Embryonen der anderen Gruppen. Rein bzw. über einen längeren Zeitraum in vitro produzierte Embryonen (IVP, Day 2–7) unterschieden sich in ihrer Menge an Aktin-Zytoskelett nicht signifikant voneinander. Jedoch zeigten rein bzw. über einen längeren Zeitraum in vivo produzierte Embryonen (MOET, GIFT) signifikant mehr Aktin-Zytoskelett, sowohl im Vergleich zueinander als auch verglichen mit jeder der anderen Produktionsmethoden. (ii) Zur Messung der mRNA Expressionslevel in Rinderembryonen wurde RT-qPCR verwendet. Mit einer einzigen Ausnahme (DSC2) zeigten die verschiedenen Kulturbedingungen keine signifikant unterschiedlichen Einflüsse auf die mRNA-Transkript-Expression der analysierten Blastozysten. Unabhängig von der Produktionsmethode waren die mRNA- Expressions-Level aller Gene (mit der Ausnahme von AQP3 und DNMT1A) nach der Kryokonservierung signifikant hochreguliert. Zusammenfassend wurde eine neue Computer-Software entwickelt, die in Kombination mit einem Lasermikroskop eine objektive, schnelle, reproduzierbare Analyse von Embryostrukturen und somit eine Beurteilung der verwendeten Kulturbedingung ermöglicht. Die Ergebnisse der RT-qPCR könnten darauf schließen lassen, dass Embryonen, die nach der Kryokonservierung wieder re-expandieren, für ihre weitere Entwicklung gerüstet sind. Um Umwelteinflüsse auf die frühembryonalen Entwicklungsstadien von Embryonen gründlicher zu studieren, werden weitere Analysen notwendig sein. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich Embryonen sehr schnell an Änderungen der Kulturbedingungen anpassen können und somit jede Beobachtung und Analyse nur eine Momentaufnahme der fortlaufenden Entwicklung des Embryos bedeutet.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und DownloadsErklärung zur Barrierefreiheit