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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2011

AutorInnen: Tschoner, Theresa

Titel: "Mother´s Curse" beim Feldhasen (Lepus europaeus): Gibt es auch negative Auswirkungen auf die Fortpflanzungsleistung der Häsinnen?.

Titelvariante: "Mother's Curse" in brown hares (lepus europaeus):Are there also any negative effects on females?

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 34.


Betreut von:

Suchentrunk Franz

Begutachtet von:
Ruf Thomas

Einrichtung:
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie


Abschluss Datum: 31.05.11


Abstract:
In der vorliegenden Arbeit wurden die Reproduktionsdaten der weiblichen Feldhasen (n=109) der vergangenen 10 Jahre der institutseigenen Zucht des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, Österreich, untersucht. Ziel dieser Studie war es, ein eventuelles Vorliegen eines „Mother’s Curse- Effekts“, wie auch schon bei männlichen Individuen derselben Population bestätigt, nachzuweisen. Für diese Studie wurden die weiblichen Feldhasen in zwei mtDNAHaplogruppen unterteilt, mit den Haplotypen „non-B“ (insgesamt 3 stammesgeschichtlich nahe verwandte Haplotypen; n=93 Individuen) und „B“ (n=16 Individuen). Der Haplotyp „B“ ist stammesgeschichtlich weiter entfernt und wurde durch Hasen aus Mittelitalien in die Zucht eingekreuzt. Er führte bei den Rammlern in der Zuchtstation des FIWI zu einer signifikant verringerten Fortpflanzungsleistung („Mother´s Curse-Effekt“). Als Fortpflanzungsparameter für die Weibchen wurden die Wurfgröße der Muttertiere und das Geburtsgewicht der Jungtiere, die Gewichtsentwicklung der Jungtiere in den ersten beiden Lebenswochen, die Mortalität der Jungtiere in den ersten vier Wochen nach der Geburt, und die Milchleistung der Muttertiere über den Zeitraum des Säugens von vier Wochen bis zum Absetzen der Jungtiere untersucht. Dazu wurde die Anzahl der Würfe (n=425) und der Junghasen (n=772) erhoben und in zwei Gruppen mit den entsprechenden Haplotypen „non- B“ (Würfe n=332; Juvenile n=602) und „B“ (Würfe n=93; Juvenile n=170) unterteilt. Statistisch konnte in dieser Arbeit kein signifikanter Unterschied in der Reproduktionsleistung der einzelnen weiblichen Individuen hinsichtlich ihres Haplotypen festgestellt werden, im Gegensatz zur erwiesenen signifikant schlechteren Reproduktionsleistung der Männchen. Von den weiteren in die Untersuchungen mit hineinbezogenen möglichen Einflussfaktoren auf die Reproduktionsparameter (Wurfgröße, Alter der Mutter, Jahreszeit in der die Jungtiere geboren wurden, Körpergewicht der Mutter) konnte ein signifikanter Einfluss der Wurfgröße insbesondere auf die durchschnittliche Milchleistung der Mutter pro Junges und Tag festgestellt werden. Die durchschnittlichen Geburtsgewichte der Jungen waren von kombinierten Effekten zwischen dem Alter der Mutter und dem Körpergewicht der Mutter vier Wochen vor der Geburt sowie dem Alter der Mutter und der Wurfgröße beeinflusst. Ein selektiver Nachteil des mtDNA-Haplotypen „B“, wie er für die männlichen Tiere in dieser Zucht nachgewiesen worden ist, konnte gegenwärtig für die weiblichen Tiere der Zucht nicht festgestellt werden.


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