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Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Zohmann, Franz

Titel: Morphologische Charakterisierung der Lipizzanerstammpopulation.

Titelvariante: Morphological characterization of the Lipizzan stock population

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 71.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Hinterhofer Christine

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik


Abschluss Datum: 20.01.12


Abstract:
Grundlage für die morphometrische Charakterisierung der Lipizzanerstammpopulation bildeten 368 Zuchtstuten und 145 Hengste aus Staatsgestüten von sieben europäischen Ländern (Italien, Kroatien, Österreich, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Ungarn). Pro Pferd wurden 28 Längen- und 9 Winkelmaße erfasst, die eine vollständige Beschreibung des Exterieurs der Pferde erlaubt. Die Pferde der einzelnen Gestüte unterscheiden sich in der überwiegenden Anzahl der Messmerkmale signifikant (Stuten in 34 von 37, Hengste in 29 von 37 Messmerkmalen). Die Zucht verläuft in den einzelnen Ländern somit nicht konform. Man kann von Subpopulationen innerhalb einer Rasse, bezogen auf das Exterieur sprechen. Die Wiederholbarkeiten der Messungen ergeben ein gutes Abbild der Schwierigkeiten, die beim Messvorgang bei den einzelnen Messmerkmalen auftreten. Jene Messmerkmale, die in der Pferdebeurteilung am häufigsten erfasst werden (Widerristhöhe 0,95, Rohrbeinumfang 0,95) zeichnen sich durch eine sehr hohe Wiederholbarkeit aus, der Brustumfang jedoch ist durch eine nur mittlere Wiederholbarkeit von 0,45 gekennzeichnet. Zur Abklärung dieses in der hippologischen Praxis wichtigen Maßes ist eine weitere Abklärung bei weiterführenden Arbeiten von Interesse. Generell zeigen Längenmaße eine wesentlich bessere Wiederholbarkeit als Winkelmaße, die außer den Hufwinkeln (vorne 0,70, hinten 0,81) und der Beckenachse mit 0,86, im Bereich von 0,33 bis 0,53 liegen. Die gefundenen Heritabilitäten für die einzelnen Messmerkmale liegen zum größten Teil in dem auch in der Literatur angegebenen Bereichen. Die Ergebnisse der Heritabilitätsberechnung sind jedoch durch den kleinen Datensatz durch eine gewisse Inkonsistenz gekennzeichnet, ersichtlich durch stark unterschiedliche Werte in den hochkorrelierten Merkmalen Widerristhöhe (0,52) und Kreuzbeinhöhe (0,15). Das Ziel war eine exakte morphometrische Charakterisierung der Subpopulationen (Gestüte), um eventuell signifikant auftretende Unterschiede festzustellen. Diese Unterschiede sind bei einem möglichen Zuchttieraustausch zu berücksichtigen, denn sie zeigen das Ausmaß der Auswirkungen der unterschiedlichen Zuchtziele auf das Exterieur der Pferde der einzelnen Gestüte.

Schlagworte:
Exterieurbeurteilung von Pferden / Körpermaße / Pferdevermessung / Lipizzanerstammpopulation / Zuchtbeurteilung / Wiederholbarkeit / Heritabilität


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