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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2011

AutorInnen: Gschaider, Sophie

Titel: Vorkommen von lumbosakralen Übergangswirbeln bei Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Deutsch Langhaar, Deutschen Wachtelhunden, Irish Settern, English Settern, Gordon Settern, Magyar Vizslas, Großen und Kleinen Münsterländern sowie Weimaranern im Rahmen der routinemäßigen HD-Untersuchung zur Zuchtzulassung.

Titelvariante: Evaluation of Iumbosacral transitional vertebrae in German Wirehaired, Shorthaired and Longhaired Pointers, the German Wachtelhund, Irish, English and Gordon Setters, Hungarian Viszlas, Large and Small Munsterlanders and Weimaraner dogs in the course of r

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 69.


Betreut von:

Gumpenberger Michaela

Begutachtet von:
Künzel Wolfgang

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Bildgebende Diagnostik


Abschluss Datum: 06.02.12


Abstract:
Bei LÜW handelt es sich um angeborene Missbildungen der Wirbelsäule zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein. Die in früheren Studien ermittelten Prävalenzen für ihr Auftreten bei verschiedenen Hunderassen reichen von 0% bis 28,96%. In dieser Arbeit wurde anhand von 1160 Röntgenbildern zum Zwecke der HD-Diagnostik die Häufigkeit von LÜW bei den Rassen Deutsch Drahthaar (312), Deutsch Kurzhaar (283), Deutsch Langhaar (9), Deutscher Wachtelhund (86), English Setter (6), Gordon Setter (12), Irish Setter (51), Großer Münsterländer (77), Kleiner Münsterländer (145), Magyar Vizsla (98) und Weimaraner (81) untersucht. Bei 12,8% der Hunde konnte ein LÜW nachgewiesen werden, wobei der Große Münsterländer signifikant häufiger betroffen war, der Weimaraner hingegen signifikant weniger oft. Beim LÜW wurden drei Typen unterschieden: ein isolierter Dornfortsatz des ersten Kreuzwirbels wurde als Typ 1 bezeichnet, ein symmetrischer LÜW als Typ 2 und ein asymmetrischer als Typ 3. Von den 12,8% der Hunde mit LÜW hatten 9,2% einen Typ 1, dem keine klinische Bedeutung zugemessen wird. Bei 2,1% wurde ein LÜW Typ 2 gefunden, bei 1,6% ein Typ 3. LÜW Typ 2 und Typ 3 stellen einen bedeutenden Risikofaktor für das Auftreten eines Cauda equina-Kompressionssyndroms dar. Asymmetrische LÜW sollen zu einer an beiden Hüftgelenken unterschiedlich stark ausgeprägten HD führen können, wofür in dieser Arbeit jedoch kein Zusammenhang gefunden werden konnte. Von den 18 Hunden, bei denen ein asymmetrischer LÜW vorlag, wurde bei 15 HD A oder HD B diagnostiziert, lediglich drei litten an ggr. HD. Bei 61,1% der Hunde mit LÜW Typ 3 zeigten sich keine Unterschiede zwischen rechtem und linkem Hüftgelenk. Bei 33,3% wies das Hüftgelenk auf der Seite der größeren Kontaktfläche zwischen LÜW und Darmbein die stärkeren Veränderungen auf. Bei nur 5,6% der Hunde mit LÜW Typ 3 hatte die gegenüberliegende Seite die stärkeren Veränderungen. Geschlechts- oder Altersprädispositionen für LÜW wurden erwartungsgemäß keine festgestellt. Die Heritabilität von LÜW wurde in dieser Arbeit nicht untersucht, bei Deutschen Schäferhunden erwies sie sich aber als ähnlich groß wie bei HD. Auch bei den hier untersuchten Hunderassen ist davon auszugehen, dass LÜW weitervererbt werden, so dass ein Arbeits- und vor allem der Zuchteinsatz von Hunden mit einem LÜW Typ 2 oder 3 gründlich überlegt, wenn nicht sogar ausgeschlossen werden sollte, zumal es sich um durchschnittlich nur 3,7% der Tiere handelt.


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