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Publikationstyp: Bakkalaureatsarbeit

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Hochmair, Edith

Titel: Analyse der österreichischen Quarter Horse-Zucht.

Titelvariante: Structure of the Austrian Quarter Horse breeding

Quelle: Bakkalaureatsarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 92.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Aurich Joerg

Einrichtung:
Abteilung für Reproduktionsbiologie


Abschluss Datum: 27.02.12


Abstract:
In der vorliegenden Arbeit wurden im Rahmen eine Züchterbefragung die Struktur der Züch-terschaft des österreichischen Quarter Horses und deren züchterische Präferenzen erhoben: Das mittlere Alter aller Befragten beträgt 39 Jahre. Von den Züchtern waren 55 % weiblich, und 45 % männlich. Die männlichen Züchter gehörten zu 82 % der Altersklasse 2, also der älteren Züchter an, die Züchterinnen hingegen gehören zu 71 % der Altersklasse 1 an und sind somit signifikant jünger. Die meisten Züchter sind in Ober- und Niederösterreich ange-siedelt. Die mittlere Zuchtdauer beträgt insgesamt neun Jahre, bei männlichen Züchtern je-doch signifikant länger als bei weiblichen. 47 % der Züchter sind gleichzeitig auch Hengsthal-ter. Männer besitzen signifikant mehr Zuchttiere als Frauen, und haben auch mehr Fohlen gezüchtet. Den Zuchtschwerpunkt haben die meisten Züchter bei den Reininghorses, dahin-ter reihen sich Cowhorses, Pleasure/Hunter Typen, Foundation Horses und letztlich die Hal-ter Typen ein. Die Zuchtstuten der weiblichen und jüngeren Züchter wurden signifikant häufiger primär als Reitpferde gekauft und erst später in der Zucht eingesetzt, als die der älteren und männli-chen Züchter. Zugekauft wurden sie zu annähernd gleich großen Teilen aus Österreich, Euro-pa und den USA. Frauen kauften signifikant häufiger innerhalb Österreichs ein. Mindestens 50 % der Stuten und 82 % der Hengste wurden auf Turnieren vorgestellt. Wichtigste Krite-rien zur Auswahl der Zuchttiere sind: Charakter, Pedigree und Exterieur, wobei das Pedigree von den älteren Züchtern als wichtiger eingeschätzt wird. Weniger wichtig erscheint die Hö-he der Decktaxe. Der Samen wird großteils aus Europa bezogen. 35 % der Züchter haben bereits Stuten-leasing betrieben, vor allem Hengsthalter. 82 % aller Züchter haben schon mindestens eine der biotechnologischen Maßnahmen durch-führen lassen, vor allem die älteren verwenden eine künstliche Besamung häufiger als die jüngeren Züchter. Nur in 8 % der Fälle wurde dabei kein Erfolg erzielt. Der Großteil der Zuchtstuten wird im eigenen Betrieb gehalten, jüngere Züchter haben ihre Stuten oft auch als Pensionspferd in einem Reitstall eingestellt. Nur 10 % der Fohlen werden in Einzelboxen gehalten, jüngere Züchter halten sie signifikant häufiger gemeinsam mit älte-ren Pferden. Der Verkauf erfolgt zu ca. 1/3 bereits als Absetzer, dies ist vermehrt bei jünge-ren und weiblichen Züchtern der Fall. Fast immer werden die Pferde im Inland weiterver-kauft. Die Hälfte wird nach dem Verkauf zu Sportzwecken genutzt. Die Ausbildung der Jung-pferde erfolgt bei 44 % durch den Züchter selbst und bei 42 % durch einen Trainer, wobei letzteres in den nördlichen Bundesländern häufiger der Fall ist. 68 % der Züchter sind aktive Reiter, 42 % nehmen sogar regelmäßig an Turnieren teil. Allgemeinen wird die österreichische Quarter Horse-Zucht als Gut eingeschätzt, wobei die Männer deutlich bessere Einschätzungen Angaben als die Frauen und die jüngeren Züchter.


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