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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2012

AutorInnen: Tix, Alexander

Titel: Untersuchungen zum Vorkommen von Leberegeln und Lungenwürmern in Schaf- und Ziegenbetrieben in der Steiermark.

Titelvariante: Occurence of liver flukes and lungworms in sheep and goat flocks in Styria

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 71.


Betreut von:

Krametter-Frötscher Reinhild

Begutachtet von:
Joachim Anja

Einrichtung:
Universitätsklinik für Wiederkäuer, Klinische Abteilung für Wiederkäuermedizin


Abschluss Datum: 25.09.12


Abstract:
Schafe und Ziegen, die auf Weiden gehalten werden sind dort gefährdet, sich mit Nematoden oder Trematoden zu infizieren. Abhängig vom Ausmaß des Befalls kann die Gesundheit der Herde beeinträchtigt sein. Die orale Aufnahme infektiöser Larven hängt von verschiedenen Bedingungen ab, wie z. B. vom Klima und der Jahreszeit, der Besatzdichte und vom Weide- und Parasitenmanagement. Wird nur eine sehr geringe Anzahl infektiöser Larven oral aufgenommen, sind eventuell keine klinischen Symptome zu erkennen. Eine verminderte Wachstums- und Gewichtszunahme kann jedoch auftreten. Der große Leberegel und der kleine Leberegel haben wegen des zoonotischen Potentials eine wichtige Bedeutung. In der Steiermark wurden 34 Schafherden und 3 Ziegenherden untersucht. Die Untersuchungen wurden von Mitte November bis Mitte Dezember 2011 durchgeführt. Die Kotproben wurden von 20 % zufällig ausgewählter Tiere direkt aus dem Rektum entnommen. Zur klinischen Untersuchung wurde 10 %, bzw. mindesten 10 der Tiere herangezogen. Die beprobten Tiere wurden mit einem Viehzeichenspray markiert, um den Landwirten das Erkennen der Tiere für eine erneute Beprobung zu erleichtern. 10 bis 21 Tage nach der durchgeführten Entwurmung sendeten die Landwirte erneut Kotproben zur Kontrolle an das Institut für Parasitologie der Veterinärmedizinischen Universität in Wien ein. Dort wurden die Kotproben mittels Bärmann-Wetzel-Verfahren, Sedimentationsverfahren nach Benedek und einem kombinierten Sedimentations-Flotations-Verfahren untersucht. In 22 % der Schafherden, bei denen die Entwurmung vor mehr als 6 Wochen vor der Kotuntersuchung zurücklag, wurden kleine Lungenwürmer nachgewiesen. Kleine Lungenwürmer wurden in 3 von 3 untersuchten Ziegenherden nachgewiesen. Während der durchgeführten Grundkotuntersuchung wurden Eier von Dicrocoelium dendriticum in einer von 27 Kotproben nachgewiesen. Bei der Kontrolluntersuchung wurden in 3 von 27 Schafherden Eier von kleinen Leberegeln nachgewiesen. In keiner der untersuchten Kotproben wurden Dictyocaulus filaria oder Eier von Fasciola hepatica nachgewiesen. Innerhalb der untersuchten Tierbestände konnte kein gehäuftes Auftreten eines schlechteren Gesundheitszustandes der Tiere festgestellt werden. Ein statistischer Zusammenhang konnte zwischen der Infektion mit kleinen Lungenwürmern und pathologischen Auskulationsbefunden der Lunge errechnet werden (x²=3,963, p=0,047). Das rechtzeitige Erkennen und Behandeln von Erkrankungen, verursacht durch Lungenwürmer und Leberegel, kommt in der Haltung von kleinen Wiederkäuern eine wichtige Bedeutung zu. Besonders das Auftreten von den pathogener Arten wie Dictyocaulus filaria und Fasciola hepatica kann zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Durch regelmäßige Entwurmung, befestigte Tränkebecken und das Auszäunen von feuchten Weideflächen kann man massiven Infektionen hervorgerufen durch Fasciola hepatica vorbeugen.


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