Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Open Access Logo

Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2013

AutorInnen: Zudrell, Andrea

Titel: Vorkommen von lumbosakralen Übergangswirbeln bei der routinemäßigen HD-Untersuchung von Retrievern in den Jahren 2000 bis 2010.

Titelvariante: Prevalence of lumbosacral transitional vertebrae during routine hip dysplasia examination of Retrievers in the years 2000 to 2010

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 50.


Betreut von:

Gumpenberger Michaela

Begutachtet von:
Sommerfeld-Stur Irene

Einrichtung:
Universitätsklinik für Kleintiere, Klinische Abteilung für Bildgebende Diagnostik


Abstract:
In Bezug auf Erbkrankheiten ist die beliebte und weit verbreitete Rassengruppe der Retriever hauptsächlich von Erkrankungen des Bewegungsapparates betroffen, insbesondere der Hüft- und Ellbogengelenksdysplasie. Mehrere Studien der letzten Jahre belegen weiters das gehäufte Vorkommen von Übergangswirbeln, wobei den Missbildungen im Lumbosakralbereich die höchste klinische Bedeutung beigemessen wird. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Prävalenz des lumbosakralen Übergangswirbels bei den Retriever Hunden, von denen in den Jahren 2000 bis 2010 an der Veterinärmedizinischen Universität Wien im Zuge der HD-Befundung 1003 Röntgenbilder angefertigt wurden. Die Übergangswirbel wurden in drei Typen unterteilt, Typ I weist einen isolierten Proc. spinosus des ersten Kreuzbeinwirbels auf, Typ II stellt den symmetrischen und Typ III den asymmetrischen Übergangswirbel dar. Die Ergebnisse zeigen, dass die Prävalenz unter den Rassen Golden Retriever, Labrador Retriever und Flat Coated Retriever gleichförmig verteilt ist, wobei der Anteil weiblicher Tiere deutlich überwiegt. Der Zusammenhang zwischen dem Vorliegen eines asymmetrischen Übergangswirbels und der Diagnose gering- bis hochgradige Hüftgelenksdysplasie erweist sich als statistisch signifikant. Am häufigsten von LÜW betroffen ist der Golden Retriever, der beim Vergleich mit den Befunden der Hüftgelenksdysplasie auch die höchste Anzahl an HD E, also dem schwersten Grad der HD, aufweist. Der Flat Coated Retriever ist am wenigsten von LÜW betroffen und gleichzeitig zum Großteil frei von HD, allerdings sollte in diesem Zusammenhang die geringe Fallzahl der zur Auswertung gelangten Tiere dieser Rasse beachtet werden. Die Literaturangaben über den Zusammenhang zwischen lumbosakralen Übergangswirbeln und der caninen Hüftgelenksdysplasie sind widersprüchlich. Die Vermutung, dass die durch die lumbosakrale Missbildung verursachte Schiefstellung des Beckens langfristig gesehen sekundäre Auswirkungen auf das Ileosakralgelenk und die Hüftgelenke hat, sowie zu degenerativen Veränderungen der Bandscheiben und Verengungen des Wirbelkanals führen kann (CES, DLSS), kann mit dieser Studie bestärkt werden. Im Hinblick auf die Heritabilität der Missbildung wurde erst in jüngster Zeit der Nachweis eines hohen genotypischen Anteils LÜW beim Deutschen Schäferhund erbracht. Züchterische Ausschlussmaßnahmen sind demnach in jeder Hinsicht sinnvoll und empfehlenswert.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und Downloads