Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Open Access Logo

Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2013

AutorInnen: Sohn, Stefanie

Titel: Zellinvasionspotential caniner Mykoplasmen.

Titelvariante: The potential of cell invasion of canine Mycoplasmus

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 54.


Betreut von:

Spergser Joachim

Begutachtet von:
Schäfer-Somi Sabine

Einrichtung:
Institut für Mikrobiologie


Abschluss Datum: 16.05.13


Abstract:
Mykoplasmen sind 0,3-0,8 μm kleine, zellwandlose Bakterien, die zur Klasse der Mollicutes gehören und deren Stoffwechsel durch die geringe Genomgröße stark eingeschränkt ist. Daher sind sie auf ihren Wirt angewiesen. Unter den zahlreichen caninen Mykoplasmen-Arten konnten bisher nur M. haemocanis, M. cynos und M. canis als Verursacher von Anämien und Erkrankungen des caninen Respirationstrakts und Urogenitaltrakts eine eindeutige Rolle als Krankheitserreger zugewiesen werden. Die Wechselwirkungen zwischen Erreger und Wirt, sowie spezifische Virulenzfaktoren sind jedoch bisher fast völlig unbekannt. Eine mögliche intrazelluläre Lokalisation könnte den Mykoplasmen Schutz vor dem Immunsystem des Wirtes, sowie vor den meisten Antibiotika bieten. Im Rahmen dieser Arbeit wurden daher unter Verwendung von nicht-phagozytierenden Epithelzellen (HeLa-Zellen) als Infektionsmodell M. canis- und M. cynos-Isolate auf ihr Adhäsions- und Zellinvasionspotential überprüft. Hierzu wurden Adhäsionsversuche, sowie der Gentamicin-Invasionsassay durchgeführt und Unterschiede zwischen den beiden Mykoplasmen-Arten ermittelt. Es konnte bei den beiden Mykoplasmen-Arten M. canis und M. cynos Adhäsions- sowie Zellinvasionsfähigkeit nachgewiesen werden, wobei M. cynos ein stärkeres Zellinvasionspotential aufwies. Des Weiteren wurden die Auswirkungen auf die Zellinvasivität durch Verlängerung der Infektionszeit sowie durch Zugabe des Hormones 17ß-Estradiol während der Infektion untersucht. Mit der Verlängerung der Infektionszeit von 2 auf 3 bzw. 16 Stunden konnte ein Anstieg der Zellinvasionsrate festgestellt werden. Auch bei einer weiteren Inkubation von 16 Stunden nach Gentamicinbehandlung konnten signifikant mehr Mykoplasmen nachgewiesen werden, was auf eine intra- und/oder extrazelluläre Replikation der Mykoplasmen nach erfolgter Zellinvasion hinweist. Die Behandlung der HeLa-Zellen mit dem Hormon 17ß-Estradiol führte nur bei einem M. canis-Isolat zu einer deutlich erhöhten Zellinvasionsrate, bei einem M. cynos-Isolat zu einem leichten Anstieg und bei einem M. cynos-Isolat zum Absinken der Zellinvasionsrate um die Hälfte.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und DownloadsErklärung zur Barrierefreiheit