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Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2013

AutorInnen: Kloepfer, Christoph

Titel: Ermittlung der Todesursache von Straußen in österreichischen Betrieben.

Titelvariante: A study to investigate mortalities in Austrian ostrich farms

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 47.


Betreut von:

Hess Michael

Begutachtet von:
Weissenböck Herbert

Einrichtung:
Universitätsklinik für Geflügel und Fische, Klinische Abteilung für Geflügelmedizin


Abschluss Datum: 29.05.13


Abstract:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden zwischen April 2011 und April 2012 Proben von insgesamt 17 österreichischen Straußenzuchtbetrieben aufgearbeitet. Ziel dieses Projekts war die Untersuchung ausgewählter infektiöser als auch nicht-infektiöser Ursachen, im Zusammenhang mit erhöhten Todesfällen von Tieren in österreichischen Straußenbetrieben, wobei jene Betriebe ausgewählt wurden, die in der Zuchtsaison 2010 eine erhöhte Mortalität von bis zu 5 % aufwiesen, im Vergleich zu den Vorjahren. Bis zum Jahre 2009 wurde in österreichischen Straußenzuchtbetrieben eine Mortalität von 25 % aufgezeichnet. Die Schwerpunkte der Studie lagen auf der Untersuchung der pathologischen Veränderungen, die im Rahmen von Sektionen erhoben wurden, sowie auf der bakteriologischen und parasitologischen Untersuchung. Insgesamt wurden 37 Strauße seziert. Das Alter der Tiere erstreckte sich von der 1. Lebens-woche bis über die 56. Lebenswoche hinaus. Die Gewichte der untersuchten Strauße lagen zwischen 0,46 kg und 107,8 kg. Die Organe Herz, Leber und Darm der 37 Tiere, sowie von 20 Schlachtkörperproben wurden bakteriologisch untersucht. Ebenso wurden während der Sektion Darmabstriche und insgesamt 55 Sammelkotproben aus verschiedenen Gehegen der Betriebe auf parasitäre Objekte mikroskopisch analysiert. Unterschiedliche Organe von insgesamt 11 Straußen wurden aufgrund der Sektionsergebnisse histologisch untersucht. Während pathologische Veränderungen der Haut (n=10), der Knochen (n=10), im Atmungs-trakt (n=11), am Herzen (n=12), der Leber (n=12), der Niere (n=8) und im Dottersack (n=7) auffällig waren, wurden die häufigsten degenerativen Veränderungen im Magen-Darmtrakt festgestellt. 23 Tiere hatten eine hgr. Anschoppung des Drüsen- und Muskelmagens. Bei 21 Tieren wurde zusätzlich eine Enteritis diagnostiziert. Die histologische Untersuchung erbrachte vor allem bei pathologischen Veränderungen im Darm und der Lunge aussagekräftige Ergebnisse. Clostridium spp., E.coli, Aeromonas spp., Staphylococcus aureus, Candida albicans und As-pergillus fumigatus konnten im Rahmen der bakteriologischen Untersuchung der Sektion iso-liert werden. Bei den Schlachtkörperproben wurden keine pathogenen Keime isoliert. Bei der Untersuchung der Darmabstriche konnten keine Parasiten nachgewiesen werden. Eier von Strongyloides sp. wurden in 9 der 55 Sammelkotproben identifiziert. Eimerien, Balantidium sp. sowie Amoebenzysten wurden in 3 weiteren Kotproben gefunden. Mit der Studie konnte gezeigt werden, dass die meisten Todesfälle bei den untersuchten Straußen auf Managementfehler zurückzuführen sind. Präventionsmaßnahmen, wie konsequentes Management einschließlich der Bereiche Hygiene und Fütterung sowie prophylaktisch betriebsspezifische Vakzine, könnten zu einer Minimierung der Ausfallsraten und in weiterer Folge zu einer Besserung der Situation in österreichischen Straußenbetrieben führen.


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