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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Kohl, Astrid

Titel: Zum Zusammenhang zwischen der Aktivität von Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock) und Klimadaten.

Titelvariante: On the relationship between Ixodes ricinus activity and climate data

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 55.


Betreut von:

Brugger Katharina
Rubel Franz

Begutachtet von:
Joachim Anja

Einrichtung:
Abteilung für Öffentliches Veterinärwesen und Epidemiologie


Abschluss Datum: 09.07.14


Abstract:
Durch Zecken übertragene Infektionskrankheiten sind zunehmend Thema des öffentlichen Veterinärwesens. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Zusammenhänge zwischen der wirtsuchenden Aktivität von I. ricinus und Klimaparametern darzustellen, um im späteren Verlauf ein Frühwarnsystem für Zecken zu entwickeln. Für die Arbeit wurden Daten von der Firma tick-radar GmbH aus Deutschland zur Verfügung gestellt. Es wurden an vier Standorten in Deutschland (Berlin, Bielefeld, Gießen und Regensburg) Zecken der Gattung I. ricinus in field-plots ausgesetzt und langfristig bezüglich ihrer Aktivität beobachtet. Diese Aktivitätswerte wurden in der vorliegenden Arbeit auf ihren Zusammenhang mit Klimaparametern hin analysiert. Zecken zeigen einen typischen saisonalen Verlauf der Aktivität, dessen Form sich bei allen Standorten und Häutungsjahrgängen ähnelt. Die Aktivität wird u.a. durch die Temperatur bestimmt: Zecken haben eine Wohlfühltemperatur (etwa 5 bis 25°C), darunter oder darüber sind sie meist nicht aktiv. Auch sind sie nicht aktiv, wenn die Umgebung zu trocken ist, etwa während einer Trockenperiode. Des weiteren zeigt die Arbeit, dass I. ricinus in milden Wintern seine Aktivität nicht einstellt. Man kann also die Gefahr eines Zeckenbisses auch im Winter nicht ausschließen. Die mittleren Korrelationen über alle Häutungsjahrgänge und Standorte zeigen, dass die Aktivität der adulten Zecken am meisten mit der Tageslänge (0.59 ± 0.08), der maximalen Tagestemperatur (0,32 ± 0,08), der Tagesmitteltemperatur (0,31 ± 0,08) und der relativen Feuchte (-0,29 ± 0.07) korreliert. Ähnliches wurde für die Nymphen berechnet: Tageslänge (0,56 ± 0.09), maximalen Tagestemperatur (0,26 ± 0,08), Tagesmitteltemperatur (0,26 ± 0,08) und relative Feuchte (0,23 ± 0.06) weisen auch hier die stärksten Korrelationswerte auf. Die Mittelwerte der Adulten und Nymphen sind fast ident, die Konfidenzintervalle sind sehr klein.


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