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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Heckel, Isabel

Titel: Use of umbilical cord clamps for ovariectomy in sheep.

Titelvariante: Der Gebrauch von Nabelklemmen bei der Ovarektomie von Schafen

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 45.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Besenfelder Urban

Einrichtung:
Institut für Tierzucht und Genetik, Abteilung für Reproduktionsbiologie


Abschluss Datum: 27.06.14


Abstract:
Im Zuge des Forschungsprojektes wurden 24 Schafe ovarektomiert. Die Forschungen, die am Tiermodell Schaf im hier vorliegenden Fall vorgenommen wurden, wurden in erster Linie dazu gemacht, um eine Alternative zur herkömmlichen Dreifach-Ligatur der Ovarien aufzuzeigen, die gegebenenfalls zeitsparender, preisgünstiger und einfacher in der Handhabung ist. Die Auswahl an möglichen Tiermodellen ist sehr groß. Die Entscheidung für das Modell „Schaf“ wurde auf Grund der Tatsachen gefällt, dass Schafe ein Hormonprofil aufweisen, das dem menschlichen sehr nahe kommt. Außerdem sind sie sehr geduldig und fügsam, und die soziale und emotionale Bindung des Menschen zu Schafen ist weniger ausgeprägt als die zu Haustieren wie beispielsweise Hunden. Des Weiteren können Schafe in Gruppen gehalten werden, ohne dass diese unter den Umständen einem größeren Stress ausgesetzt sind, da das die natürliche Haltungsform darstellt. Im Hinblick auf die Osteoporose, die als Nebeneffekt durch die Ovarektomie induziert werden sollte, kann erwähnt werden, dass das Tiermodell Schaf hierfür ebenfalls gut geeignet ist, sowohl wegen der vorig erwähnten Gründe, als auch zusätzlich aufgrund ihrer Größe. Die Körpergröße der Schafe macht es zusätzlich möglich, orthopädische Prothese n an ihnen zu testen, sollte sich eine orthopädische Fragestellung ergeben. Die Schafe wurden laparoskopisch ovarektomiert, um postoperatives Schmerzaufkommen und die Dauer der Eingriffe zu reduzieren. 24 gesunde Schafe im Alter zwischen 6 und 10 Jahren wurden ovarektomiert. Bei der Hälfte der Gruppe (12 Schafe) wurde die Ligatur des Ovars konventionell durch eine Dreifach Ligatur mit PGA (PGA, 2 USP, WDT, 30827 Garbsen) durchgeführt. Bei der anderen Hälfte (12 Schafe) erfolgte die Ligatur der Ovarien durch Nabelklemmen. Nach durchschnittlich 24 Monaten wurden alle Schafe euthanasiert und eine Autopsie durchgeführt, um das Vorhandensein bzw. Ausmaß von Verwachsungen der Nabelklemmen im Gewebe zu überprüfen. Im Hinblick auf die Frage, ob es eine Alternative zur herkömmlichen Standard-Dreifach-Ligatur gibt, war das Ergebnis des Projektes, dass der Gebrauch von Nabelklemmen als Ligatur durchaus als Alternative gesehen werden kann. Der Einsatz von Nabelklemmen war laut der vorliegenden Ergebnisse preisgünstiger, zeitsparender und einfacher in der Handhabung. Bei 5 von 12 Schafen konnten Verwachsungen oder gelockerte bis nicht mehr auffindbare Klemmen festgestellt werden, allerdings keinerlei Anzeichen von Entzündung oder unzureichendem Gefäßverschluss. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Methode des Gefäßverschlusses per Nabelklemmen eine brauchbare und sichere Methode des Ligierens darstellt, und in Zukunft eine Chance bekommen sollte, sich zu etablieren. Zusätzlich wurden 20 Monate nach der Ovarektomie Messungen der Knochendichte per qCT durchgeführt. Die Messungen per qCT stellen die modernste und beste Methode dar, um genaue, repräsentative Ergebnisse zu erlangen. Das Ergebnis der hier vorliegenden Studie war, dass die Schafe trotz Ovarektomie keine Anzeichen von Knochenschwund aufwiesen.


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