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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit

Publikationsjahr: 2014

AutorInnen: Pendl, Wolfgang

Titel: Pansenazidose beim kleinen Wiederkäuer : eine retrospektive Studie.

Titelvariante: Ruminal acidosis in small ruminants - a retrospective study

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 102.


Betreut von:

Krametter-Frötscher Reinhild

Begutachtet von:
Zebeli Qendrim

Einrichtung:
Universitätsklinik für Wiederkäuer, Klinische Abteilung für Wiederkäuermedizin


Abschluss Datum: 14.03.14


Abstract:
Die Pansenazidose ist in der Schaf- und Ziegenhaltung vor allem im Hobbytierbereich ein weit verbreitetes Problem. Die erkrankten Tiere zeigen häufig Krankheitssymptome wie vermindertes Allgemeinbefinden, Festliegen, verminderte oder fehlende Pansentätigkeit oder Zähneknirschen. Fehlerhafter Einschätzung und Behandlung können für das Tier schwerwiegende Folgen haben. Diese können von Leistungsminderung bis hin zum Tod des Tieres reichen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es Grundinformationen zur Erkrankung, Informationen zu Untersuchungsergebnissen und therapeutischen Möglichkeiten zu geben. Schafe und Ziegen befinden sich in Österreich zum Teil im Besitz von Hobbytierhaltern. Dies birgt Risiken, da die Besitzer häufig keine Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft, Tierernährung oder Tierhaltung haben. Dadurch sind in manchen Fällen die Haltungsbedingungen und Fütterung der Tiere problematisch. Krankheitsspezifsche Symptome werden nicht, oder erst sehr spät erkannt. Jedoch eröffnet diese Form der Tierhaltung auch Chancen für die Veterinärmedizin. Der ideelle Wert eines in Hobbyhaltung gehaltenen Tieres übersteigt den wirtschaftlichen Wert häufig um einiges. Die erhobenen Daten beziehen sich auf Tiere, die im Zeitraum von 1990 bis 2012 auf der Veterinärmedizischen Universität Wien an der Klinik für Wiederkäuer mit der Diagnose Pansenazidose vorgestellt wurden. Es kamen insgesamt 46 Schafe und 54 Ziegen zur Auswertung. Erhoben wurden: Jahr der Behandlung, Art, Alter, Geschlecht, Dauer der Erkrankung vor Überweisung, Allgemeinverhalten, Ernährungszustand, Hautelastizität, Puls, Atmung, Temperatur, Pansentätigkeit, Pansensaftuntersuchung, Kotkonsistenz, Ergebnisse der Blutuntersuchung, Art der Behandlung, Behandlungsdauer und Erfolg der Behandlung. Die am häufigsten erhobenen klinischen Symptome waren Verminderung des Allgemeinverhaltens, Verminderung der Pansentätigkeit und Veränderung der Kotkonsistenz. Drei unterschiedliche Therapiemaßnahmen wurden durchgeführt. Die Entscheidung zur Wahl der Therapie wurde mithilfe der Ergebnisse der Erstuntersuchung getroffen. Bei leichten bis mittelgradigen Erkrankungen wurde eine konservative Therapie oder eine Pansenspülung durchgeführt. Lag eine mittelgradige bis schwere Pansenazidose vor, wurde eine Rumenotomie vorgenommen, welche bei 35 Tieren durchgeführt wurde. In 60 % (21) der Fälle war die Behandlung erfolgreich. Sieben Patienten wurden mittels einer Pansenspülung behandelten. Fünf Patienten konnten dadurch geheilt werden. Dies entspricht einer Heilungsaussicht von 71,8 %. Bei 55 % der im Zeitraum von Jänner 1990 bis Dezember 2012 behandelten Schafe und Ziegen wurde eine konservative Behandlung gewählt. Diese Art der Behandlung war in 65,5 % (36) erfolgreich. 62 der 100 Patienten konnten geheilt von der Klinik entlassen werden. Bei 37 Patienten konnte kein Behandlungserfolg vorgewiesen werden. Diese Patienten verendeten während der Behandlung oder wurden euthanasiert. Ein Patient verließ die Klinik in ungeheiltem Zustand. Ziel der Schaf- und Ziegenhaltung muss es sein Pansenazidose zu verhindern. Dies kann durch leistungsgerechte Fütterung und artgerechte Haltung erzielt werden.


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Pendl, W; Tichy, A; Krametter-Frötscher, R (2015): Klinik und Therapie der akuten Pansenazidose beim kleinen Wiederkäuer – eine retrospektive Studie. Wien Tierarztl Monat 2015; 102(7-8): 168-176.

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