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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2014

AutorInnen: Abd-Elfattah, Ahmed

Titel: Viability and persistence of Tetracapsuloides bryosalmonae (Mykozoa), the causative agent of proliferative kidney disease.

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 60.


Betreut von:

El-Matbouli Mansour

Begutachtet von:
Joachim Anja

Einrichtung:
Universitätsklinik für Geflügel und Fische, Klinische Abteilung für Fischmedizin


Abschluss Datum: 24.10.14


Zugehörige(s) Projekt(e): Genexpression und -funktion von Tetracapsuloide bryosalmonae


Abstract:
Einleitung Die Proliferative Nierenkrankheit (Proliferative Kidney Disease, PKD) der Salmoniden, verursacht durch die Myxosporennart Tetracapsuloides bryosalmonae, ist eine wirtschaftlich bedeutsame Erkrankung von Salmoniden in Aquakultur und Freigewässern in Europa und Nordamerika. Es ist bereits gut erforscht, dass der Verlauf der PKD temperaturabhängig ist. Erhöhte Morbidität und Mortalität tritt bei höheren Wassertemperaturen auf Der Lebenszyklus von T. bryosalmonae ist mit einem obligaten Wirtswechsel verbunden. Der erste Abschnitt der Entwicklung erfolgt im Wirbeltier, Fisch, der zweite in einem Moostierchen (Bryozoen). Die Moostierchenart Fredericella sultana ist als Wirt von T. bryosalmonae bereits ausführlich beschrieben worden. Bis jetzt ist die Überwinterung von T. bryosalmonae und die Grundlage für das Überleben ungünstiger Umweltbedingungen unklar. Viele Autoren haben spekuliert, dass T. bryosalmonae über die Statoblasten (kryptische Stadien) des Bryozoen F. sultana vertikal übertragen werden könnte. Ein Beweis hierfür ist noch nicht erbracht worden, doch könnte darauf die Überlebensstrategie beruhen. Eine Persistenz in Statoblasten könnte auch zur weltweiten Verbreitung von T. bryosalmonae beitragen. Weitgehend ungeklärt ist auch die Persistenz von T. bryosalmonae in chronisch infizierten Bachforellen. Vielleicht steht sie in Zusammenhang mit dem Rückgang der Bachforellen-Populationen in vielen europäischen Flüssen. Methoden: Kohabitationsversuche mit infizierten Bachforellen und spezifisch pathogen freien (spf.) F. sultana Kolonien wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren durchgeführt, um ausreichend Statoblasten zu sammeln, denn die Infektion mit T. bryosalmonae kastriert den Bryzoen-Wirt vorübergehend. Ein Teil der Statoblasten wurde mittels PCR und Immunohistochemie auf T. bryosalmonae getestet. Der andere Teil wurde bis zum Schlupf gebracht, um die vertikale Übertragung des Parasiten zu untersuchen und spezifisch pathogenfreie (SPF) Bachforellen zu infizieren. Die Persistenz des Parasiten T. bryosalmonae in chronisch infizierten Bachforellen wurde zu vier verschiedenen Zeitpunkten während des Kohabitationsversuches mit SPF F. sultana Kolonien-getestet. Nach Ende des Versuchs wurden die Fische getötet und Proben für PCR und IHC genommen. Ergebnisse: Unsere Ergebnisse aus allen durchgeführten Versuchen zeigen, dass T. bryosalmonae vertikal über F. sultana Statoblasten übertragen werden, wie durch PCR und ICH gezeigt werden konnte. Außerdem waren die frisch geschlüpften Zooiden, die aus den infizierten Kolonien gewonnen wurden, in der Lage, spf Bachforellen zu infizieren. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass der Parasit bis zu 104 Wochen für Bachforellen infektionsfähig bleibt. Diskussion: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie erweitern maßgeblich unser Wissen über Wirt-Parasit-Interaktionen in Fischen und Bryozoen. Im Bryozoen F. sultana konnte der Parasit T. bryosalmonae durch infizierte Statoblasten vertikal übertragen werden. Zudem erklärt diese Studie die Persistenz der Infektion in Broyzoen-Populationen, da der Parasit in Form von kryptischen Stadien im Statoblasten überdauert. Im Fisch blieb der Parasit mindestens zwei Jahre nach der anfänglichen Exposition infektiös ohne in ihm klassische klinische Symptome der PKD hervorzurufen. Die Kohabitation von SPF F. sultana Kolonien mit chronisch infizierten Bachforellen führte zu einer Langzeit-Infektion mit T. bryosalmonae. Der Parasit verbleibt als kryptisches Stadium im Statoblasten der infizierten Bryozoen. Insgesamt erklären diese Ergebnisse die Persistenz, die weltweite Verbreitung der PKD und den Rückgang autochthoner Bachforellen-Bestände in europäischen Flüssen.

Schlagworte:
Proliferative Nierenkrankheit / Tetracapsuloides bryosalmonae / Moostierchen / Salmoniden / Bachforellen


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Abd-Elfattah, A; Kumar, G; Soliman, H; El-Matbouli, M (2014): Persistence of Tetracapsuloides bryosalmonae (Myxozoa) in chronically infected brown trout Salmo trutta. Dis Aquat Organ. 2014; 111(1):41-49
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Abd-Elfattah, A; Fontes, I; Kumar, G; Soliman, H; Hartikainen, H; Okamura, B; El-Matbouli, M (2014): Vertical transmission of Tetracapsuloides bryosalmonae (Myxozoa), the causative agent of salmonid proliferative kidney disease. Parasitology. 2014; 141(4):482-490

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