Veterinärmedizinische Universität Wien Forschungsinformationssystem VetDoc

Grafischer Link zur Startseite der Vetmeduni Vienna

Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2013

AutorInnen: Ricke, Danica Michaela

Titel: Zeigen Schweine (Sus scrofa domestica) imitative Anzeichen beim Lernen bei Verwendung eines Two-Action-Tests?

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 44.


Betreut von:

Huber Ludwig
Müller Corsin Andreas

Einrichtung:
Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung


Abstract:
In den letzten Jahren wuchs das Interesse am Erforschen von kognitiven Fähigkeiten bei Tieren. Dabei steht unter anderem das soziale Lernen im Mittelpunkt des Interesses. Soziales Lernen beinhaltet Prozesse, die es Lebewesen ermöglichenneues Wissen auf Grund ihrer sozialen und gesellschaftlichen Strukturen, durch Beobachtung und Interaktion mit Gruppenmitgliedern zu erlernen. Imitation ist dabei eine am weitesten fortgeschrittene Art der kognitiven Verarbeitung. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen neuer Verhaltensweisen, sondern die Genauigkeit der kopierten Bewegungsabläufe ist von zentraler Bedeutung. Die Hypothese war, dass Schweine wie andere Tiere (z.B.Primaten und Felsentauben)dazu fähig sind, diese komplexe Lernmethode anzuwenden, um sich neues Wissen anzueignen. Dabei hat sich eine bestimmte Methode etabliert, um Imitation nachzuweisen, der Two-Action-Test. Es wurdeeine Futterkistemit einer frontal angebrachten Schiebetür mit einer runden Öffnungverwendet. Mit Hilfe ihres Rüssels in der Öffnung konnten die Schweine die Tür in die rechte oder die linke Richtung aufschieben,um an das Futter zugelangen. Zunächst wurden zwei Demonstratorinnentrainiert, jeweils eine Art von diesen zwei Techniken zu lernen. Jeweils fünfBeobachtertiere pro Gruppe durften ihreDemonstratorinbei der Präsentation dieser Technik beobachten und danach selbst die Technik anwenden. Wenn die Tiere durch Imitation gelernt hatten, würden sie die Tür in die gleiche Richtung aufschieben, wie sie demonstriert bekamen. Jedoch gab es nur eins von zehn Schweinen,das konform dieser Hypothese agierte und die Tür in die demonstrierte Richtung aufschob. Die übrigen Tiere schoben die Tür entweder in die falsche Richtung oder überhaupt nicht auf.Auch die Tiere der Kontrollgruppe öffneten die Tür, obwohl sie keinen Demonstrator beobachten durften.Diese Studie erbrachte keine Evidenz,dass Schweine durch Imitation lernen.Auf Grund des Resultats sind wir zu dem Ergebnis gelangt, dass dieAufgabe für die Schweine möglicherweise zu leicht war und keineNotwendigkeitbestandvon den Demonstratorinnen zu lernen.Esist auch möglich, dass das diskontinuierlicheDiätprogramm der Tiere dazu führte, dass wir bei unserem Versuch erhebliche Schwierigkeiten mit dem Motivationszustand der Tiere hatten, der bei Lernversuchen jedoch von entscheidender Bedeutung ist.


© Veterinärmedizinische Universität Wien Hilfe und DownloadsErklärung zur Barrierefreiheit