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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Diplomarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2014

AutorInnen: Weingand, Nicole

Titel: Die Beziehung zwischen Ortserkundung, Objektexploration und sozialem Lernen bei Hausschweinen.

Titelvariante: The relationship between location-sensing, object exploration behavior and social learning in domestic pigs (sus scrofa domestica)

Quelle: Diplomarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 64.


Autor/innen der Vetmeduni Vienna:

Weingand Nicole

Betreut von:
Huber Ludwig

Begutachtet von:
Hennig-Pauka Isabel

Einrichtung:
Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung


Abschluss Datum: 26.06.15


Abstract:
Das Wissen um charakterliche Eigenschaften landwirtschaftlich genutzter Tiere ist in Zeiten der Intensivtierhaltung von besonderem Interesse. Die Produktion soll steigen, doch das Wohlbefinden der Tiere nicht darunter leiden. Um dieses Ziel zu erreichen ist es umso wichtiger über ihrer Bedürfnisse Bescheid zu wissen und Haltungssysteme, aber auch den Umgang mit den Tieren selbst, diesen anzupassen. Die Schweine in meinen Versuchen wurden zuerst mittels OF-Versuch in die zwei verschiedenen Aktivitätsgruppen eingeteilt. Versuchsgruppe 1 entsprach den ruhig explorierenden Tieren und Versuchsgruppe 2 den gestressten Tieren. Im Anschluss wurden mit allen Schweinen zwei NO-Versuche gemacht. Der Erste mit einem violetten Ball und der Zweite mit einer blauen Holzbox. Der Hauptunterschied dieser beiden Objekte lag darin, dass sich in der Holzbox ein Lautsprecher befand, der über ein W-LAN-Netzwerk Musik abspielen konnte. Somit wirkte Objekt 1 (Ball) nur als optischer Stimulus, während Objekt 2 (Holzbox) einen optischen und akustischen Stimulus bot. Die Vermutung, dass Schweine der Gruppe 1 in der Versuchszeit häufiger mit den neuen Objekten interagieren als jene der Gruppe 2 konnte ebenso wenig belegt werden, wie die Annahme, dass ein weiterer (akustischer) Stimulus das Interesse an dem Objekt erhöhen würde. Die Vermutung, dass Schweine der Versuchsgruppe 1 besser im Imitationslernen sind, als jene der Gruppe 2, konnte schon alleine dadurch nicht nachgewiesen werden, als dass Imitation bei Schweinen nicht nachgewiesen werden konnte. Im Two-Actions-Test konnte aber sehr wohl gezeigt werden, dass Tiere der Gruppe 1 eher mit der Lernapparatur interagieren als Tiere der Gruppe 2. Somit ist nachgewiesen, dass der Aktivitätslevel eines Schweines bei objektbezogener Exploration nicht unwesentlich ist. Es wurde also gezeigt, dass Schweine neue Objekte gut annehmen und sich auch in Stresssituation mit ihnen auseinandersetzen. Somit konnte eine objektbezogene Explorationsfreudigkeit bei Schweinen nachgewiesen werden, was wiederum Konsequenzen für die Lebensbedingungen dieser Tiere haben sollte.


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