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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation
Dokumenttyp:

Jahr: 2011

AutorInnen: Müller, JS

Titel: Spatial cognition in reptiles: Short-range navigation in the red-footed tortoise and the jewelled lizard.

Quelle: Dissertation, Universität Wien, pp. 184.


Betreut von:

Huber Ludwig

Diese Publikation wurde nicht im Namen der Vetmeduni Vienna erstellt und ist deshalb ausschließlich der persönlichen Publikationsliste des/der Autors/Autorin zugeordnet!

Einrichtung:
Messerli Forschungsinstitut, Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung


Abstract:
Tierkognition ist ein Forschungsfeld, dass sich mit Lern- und Gedächtnisprozessen von einer Vielfalt von Arten beschäftigt. Obwohl der Bereich der Säuger- und Vogelkognition recht gut erforscht ist, weiß man bis heute nur wenig über die Kognition von Reptilien. Aufgrund der der evolutionären Verbindung zwischen den Klassen ist ein detailliertes Wissen über Reptilienkognition jedoch notwendig um die Evolution der Kognition vollständig verstehen zu können. Es war das Ziel dieser Dissertation zum besseren Verständnis der räumlichen Kognition von Reptilien beizutragen. Nach einen Überblick über Kognitionsforschung und räumlicher Orientierung von Reptilien in den ersten beiden Kapiteln, beschreiben Kapitel 3 und 4 Studien über das Verhalten von Köhlerschildkröten (Geochelone carbonaria) und Perleidechsen (Lacerta lepida) im Sternlabyrinth. Beide Arten zeigten eine starke Präferenz für Bewegungslernen, was darauf hinweist, dass sich Reptilien im Vergleich zu Säugern und Vögel mehr auf intrinsische Hinweise verlassen könnten. Kapitel 5 beschreibt eine Studie die zeigt, dass Köhlerschildkröten in der Lage waren den Weg um einen Zaun zum Futter zu finden wenn dies zuvor von einen Artgenossen demonstriert wurde, nicht aber ohne die Demonstration. Da Köhlerschildkröten Einzelgänger sind weist dies darauf hin, dass sie ein großes Problemlösungsrepertoire haben. Die in Kapitel 6 beschriebene Studie zeigt, dass Köhlerschildkröten Futter und Nicht-Futter Gegenstände auf Fotos unterscheiden können und somit in der Lage sind zweidimensionale Bilder zu erkennen und zu verstehen. Kapitel 7 präsentiert Ergebnisse, die die Fähigkeit von Köhlerschildkröten einen Sensorbildschirm zu bedienen belegen, eine Begabung die bislang in Reptilen noch nicht gezeigt wurde. Des Weiteren waren die Schildkröten in der Lage Wissen welches sie am Bildschirm erlernt haben in eine dreidimensionale Arena zu übertragen. In dem abschließenden Diskussionskapitel habe ich die wichtigsten Daten meiner fünf empirischen Studien zusammengefasst und schließe mit der Frage was diese für die Kognition von Reptilien bedeuten. Basierend auf der jedoch deutlichen begrenzten Datenmenge, die in Bezug auf Reptilienkognition existiert, ist anzunehmen, dass die Kognitionsprozesse von Reptilien denen von Säugern und Vögeln größtenteils ähneln. Bevor allerdings direkte Vergleiche zwischen den Klassen und beweiskräftige Schlussfolgerungen gezogen werden können muss noch viel Basisforschung betrieben werden.


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