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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Bakkalaureatsarbeit

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Freyborn, Johanna

Titel: Aktuelle und historische Kaltblutgestüte in Europa.

Titelvariante: Current and historical state studs breeding draught horses in Europe

Quelle: Bakkalaureatsarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 118.


Betreut von:

Brem Gottfried

Begutachtet von:
Aurich Joerg

Einrichtung:
Abteilung für Reproduktionsbiologie


Abschluss Datum: 20.03.15


Abstract:
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Geschichte und den aktuellen Stand historischer und aktiver staatlicher Zuchtstätten, die sich der Kaltblutpferdezucht und Kaltblutpferdeaufzucht widmeten und widmen. Ziel der Arbeit war es, die Geschichte der Gestüte in Einklang mit historischen Ereignissen zu bringen und aufzuzeigen, wie sich deren Zuchttätigkeit auf die Entstehung und Entwicklung einzelner Kaltblutpferderassen ausgewirkt hat. Dabei wurde der Bearbeitungsschwerpunkt auf jene Jahre gelegt, in denen die Gestüte, die sich oftmals auch mit der Zucht von Kleinpferde- und vor allem Warmblutpferderassen beschäftigten, einen Beitrag zur Kaltblutpferdezucht geleistet haben. Durch Ergänzung der ausgewählten Literatur mit Artikeln aus pferdespezifischen Fachmagazinen, Berichten und fundierten Informationen aus dem Internet wurde versucht, ein Gesamtbild zu schaffen, das nicht vollkommen sein kann, aber die Verbindung zwischen Historie und Gestütstätigkeit sowie den Einfluss auf einzelne Kaltblutpferderassen darstellt. Die der Arbeit zugrunde liegende Fragestellung, ob sich historische Ereignisse auf die staatliche Kaltblutpferdehaltung bzw. -zucht ausgewirkt haben, hat sich im Zuge der Recherchen bestätigt. Der erhöhte Bedarf an Arbeits- und Zugpferden in Epochen wie der Intensivierung der Landwirtschaft, der Industrialisierung und Mechanisierung spiegelt sich in der Bedeutung und in den Bestandszahlen der staatlichen Gestüte wieder. Der historische Einfluss der staatlichen Gestütstätigkeit auf einzelne Kaltblutpferderassen war nur in einigen Ländern auszumachen. In diesem Zusammenhang spielten die Gestüte vor allem in Zeiten schlechter Wirtschaftslage eine wichtige Rolle für die Landespferdezucht. Darüber hinaus war der Einfluss durch die Bereitstellung von qualitativ hochwertigem Zuchtmaterial entscheidend, der oft dazu führte, dass der heimische Landschlag verbessert werden konnte. Die gegenwärtige staatliche Gestütstätigkeit geht weit über die Zuchttätigkeit hinaus. Die meisten staatlichen Zuchtstätten waren und sind auch wichtige Ausbildungs-, Forschungsoder Pferdesportzentren, die die Ausbildung von Fachkräften gewährleisten und die Pferdesportbranche fördern. Forschungsarbeiten tragen dazu bei, dass auch private Züchter bei Fragen zur Fütterung, Haltungsbedingungen u. v. m. unterstützt werden, um die Pferdehaltung und -zucht zu optimieren. Darüber hinaus leisten staatliche Gestüte wichtige Beiträge zu Erhaltungszuchtprogrammen für vom Aussterben bedrohte Rassen. Mit der Gründung der „European State Studs Association“ (ESSA), der eine Vielzahl der bearbeiteten Zuchtstätten angehört, wurde eine Vereinigung ins Leben gerufen, welche die Pferdezucht als lebendiges Kulturgut fördert und sich für den Erhalt von staatlichen Gestüten einsetzt.


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