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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Bakkalaureatsarbeit
Dokumenttyp:

Jahr: 2015

AutorInnen: Würnschimmel, Alice

Titel: Die Auswirkung verschiedener Kopf-Hals-Haltungen auf die Aktivität des Musculus longissimus dorsi beim Pferd.

Titelvariante: The Impact of different head-neck-positions on the activity of the musculus longissimus dorsi of the horse

Quelle: Bakkalaureatsarbeit, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 60.


Betreut von:

Peham Christian

Begutachtet von:
Forstenpointner Gerhard

Einrichtung:
Universitätsklinik für Pferde, Klinische Abteilung für Pferdechirurgie


Abstract:
Diese Arbeit wurde erstellt, um durch einen empirischen Versuch am Laufband zu ermitteln, ob Hyperflexion des Halses eine Auswirkung auf die Aktivität des Musculus longissimus dorsi hat. Die Versuchsreihe setzte sich aus zehn Pferden unterschiedlichen Alters, Geschlechtes, Rasse sowie Ausbildungsstandes zusammen. Mit Hilfe von EMG-Sensoren wurde die Aktivität des Musculus longissimus dorsi an den Stellen T16 sowie L3 im Schritt und im Trab gemessen. Es wurden die Maximal- sowie Minimalwerte und deren Auftrittszeitpunkte innerhalb des Bewegungszyklus unter drei verschieden Szenarien gemessen und auf signifikante Unterschiede getestet. „Ohne“ bezeichnet die Messreihen unter völlig freier Kopf- Hals-Haltung, bei „Aus1“ wurde die Nasenlinie in beziehungsweise knapp vor der Senkrechten durch das Einschnallen von Ausbindern fixiert und bei „Aus2“ wurde durch eine Verkürzung der Ausbinder eine Kopf-Hals-Position in Hyperflexion hergestellt. Auf Grund der anatomischen Grundlagen muss rein theoretisch von einem positiven Ergebnis ausgegangen werden. Unterstützt wird diese Vermutung von den biomechanischen Prämissen, die einen konkreten Zusammenhang zwischen der Kopf-Hals-Haltung und dem Spannungszustandes des Musculus longissimus dorsi nahelegen. Der hier durchgeführte Versuch zeigte sowohl für die Maximal- als auch die Minimalwerte keine signifikanten Unterschiede für die drei Szenarien. Lediglich die rechte Seite bei T16 reagierte mit einer signifikanten Verschiebung des Auftrittszeitpunktes der Maximalwerte. Die Unterschiede, nach den Gangarten differenziert, sind für die vorliegende Fragestellung von untergeordneter Bedeutung. Erwähnt gehört allerdings dennoch, dass sich bei allen vier Messpunkten die Minimalwerte signifikant nach Gangart unterscheiden. Die Hypothese, dass Hyperflexion die Aktivität des Musculus longissimus dorsi hemmt und damit als Beeinträchtigung für das Pferd gesehen werden kann, konnte nicht bestätigt werden. Es sei allerdings ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dieser empirischen Studie um Kurzzeitversuche unter experimentellen Bedingungen handelt. Es kann daher kein Rückschluss auf eine nicht gesundheitlich unbedenkliche Auswirkung von Hyperflexion gezogen werden. Weitere Untersuchungen unter realen Bedingungen im täglichen Training sind unumgänglich um diese These weiter zu untersuchen und werden somit stark empfohlen.


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