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Gewählte Publikation:

Publikationstyp: Dissertation

Publikationsjahr: 2015

AutorInnen: Nagl, Astrid

Titel: Non invasive monitoring of reproductive hormone metabolites in female european mink (Mustela lutreola).

Titelvariante: Nicht invasives Monitoring der Fortpflanzung weiblicher Europäischer Nerze (Mustela lutreola) durch Messung von Hormonmetaboliten

Quelle: Dissertation, Vet. Med. Univ. Wien, pp. 27.


Betreut von:

Schwarzenberger Franz

Begutachtet von:
Schäfer-Somi Sabine

Einrichtung:
Institut für Medizinische Biochemie


Abschluss Datum: 27.11.15


Abstract:
Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurde die Physiologie der Fortpflanzung weiblicher Europäischer Nerze (Mustela lutreola) untersucht. Der Europäische Nerz ist vom Aussterben bedroht (Einstufung durch die IUCN Red List 2015). Lebensraumverlust und Verdrängung durch den Amerikanischen Nerz (Neovison vison) haben zum Rückgang der Populationen beigetragen. Ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wird vom Species Conservation Research Lab des Zoo Tallinn in Estland koordiniert. Die vorliegende Studie wurde im Zoo Tallinn durchgeführt und sollte dazu beitragen, die Zuchtstrategien effizienter zu gestalten. Eine nicht-invasive Methode, die Analyse von Hormonmetaboliten im Kot, kann als Ergänzung erprobter Methoden für das Zuchtmanagement eingesetzt werden. Um ein saisonales Hormonprofil und ein Hormonprofil für die Trächtigkeit erstellen zu können, wurden Gestagen- und Östrogenmetaboliten in Kotproben von 15 Weibchen über zwei Zuchtsaisonen untersucht. Gestagen- und Östrogenwerte in der Trächtigkeit waren im Vergleich zu Ergebnissen nicht trächtiger Weibchen signifikant erhöht. Aufgrund der hohen individuellen Variabilität ist es für eine sichere Trächtigkeitsdiagnostik jedoch notwendig, mehrere Proben eines Weibchens zu sammeln und das individuelle Hormonprofil zu berücksichtigen. Für die Östrusdiagnostik wurden Hormonwerte aus Kotproben von 11 weiteren Weibchen mit Superfizialzellen in Vaginalabstrichen verglichen. Sowohl Östrogenwerte als auch Superfizialzellen zeigten während der Zuchtsaison mehrere Peaks. Diese Ergebnisse bestätigen, dass der Europäische Nerz polyöstrisch ist. Die Vaginalzytologie ist eine etablierte Methode für das praktische Zuchtmanagement; die Analyse von Hormonmetaboliten im Kot kann jedoch unterstützend eingesetzt werden, um einen physiologischen Zyklus nachzuweisen. Ein Anstieg der Pregnane im Kot von 3 Weibchen nach Behandlung mit hCG (humanes Choriongonadotropin) war vergleichbar mit Werten trächtiger Weibchen. Dies deutet darauf hin, dass die Ovulation beim Europäischen Nerz durch den Deckakt induziert wird.

Schlagworte:
Erhaltungszuchtprogramm / Artenschutz / induzierte Ovulation / Östrogen / Pregnane / Progesteronmetaboliten


Im Rahmen der Hochschulschrift entstandene Publikation(en):

Nagl, A; Kneidinger, N; Kiik, K; Lindeberg, H; Maran, T; Schwarzenberger, F (2015): Noninvasive monitoring of female reproductive hormone metabolites in the endangered European mink (Mustela lutreola). Theriogenology. 2015; 84(9):1472-1481

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